Zu Gast im Zentrum für Seelische Gesundheit des Klinikums Stuttgart: Footballer von Stuttgart Surge. Foto: red
Acht American Footballer aus der Meister-Mannschaft von Stuttgart Surge besuchen das Zentrum für Seelische Gesundheit – und helfen, Berührungsängste abzubauen.
Die Mannschaft von Stuttgart Surge gibt es nicht mehr, der Teamgeist aber lebt weiter – obwohl der letzte Meister der European League of Football (ELF) nicht lange nach dem gewonnen Finale im September einen Insolvenzantrag stellte. Wie groß der Zusammenhalt unter den Spielern ist, zeigte sich jetzt auch bei einer außergewöhnlichen Aktion am Zentrum für Seelische Gesundheit des Klinikums Stuttgart.
Dort werden auf vier Stationen mehr als 50 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 6 und 21 Jahren psychiatrisch behandelt. Am Dienstagmorgen versammelte sich ein Großteil von ihnen vor dem Gebäude im Stuttgarter Westen – weil sich sportlicher Besuch angesagt hatte. Auf Initiative von Defensivspezialist Lasse Engel und der Olgäle-Stiftung, die den Kontakt vermittelt hatte, brachten acht Spieler aus dem Meister-Team den interessierten Kindern und Jugendlichen ihren Sport spielerisch näher. Aber nicht nur. „So eine Aktion, in der aktive Athleten nah- und greifbar sind, hilft enorm dabei, Berührungsängste aufzubrechen und die eigene Persönlichkeit zu entwickeln“, sagte Midhat Dardagan, einer der medizinisch Verantwortlichen der Kinder- und Jugendstation, „und zugleich ist es natürlich eine schöne Ablenkung vom Alltag.“
Die Autogramme der früheren Surge-Spieler sind gefragt
Lasse Engel, Nick Wenzelburger, Luca Jokiel, Kai Hunter, Markos Dubravcik, Maleka Mbala, Bryan Yankson und Nathan Kalemba Mvemba kümmerten sich nicht nur mit großer Empathie um die ihnen anvertraute Gruppe, sie hatten neben einer Football-Torwand und einer Koordinationsleiter auch einige Präsente und Autogrammkarten mitgebracht, die sich großer Beliebtheit erfreuten. Und auch der eine oder andere freche Spruch durfte nicht fehlen. „Schade“, rief ein Junge Lasse Engel zu, nachdem dessen Wurf das Ziel verfehlt hatte, „es war trotzdem ein guter Versuch.“
Nick Wenzelburger (li.) und Bryan Yankson bringen den interessierten Kindern ihren Sport näher. Foto: red
Spaß hatten, das war deutlich sichtbar, alle – die jungen Patienten und die Footballer. „Wenn wir Kinder unterstützen und für die Gemeinschaft etwas tun können, machen wir das sehr gerne“, sagte Nick Wenzelburger, „es war eine tolle Aktion.“ Das fand auch Lasse Engel. „Es ist ein bisschen kalt gewesen, aber zugleich herzerwärmend“, sagte der Organisator, „es war eine super Sache, die nicht nur den Kindern und Jugendlichen neue Energie gebracht hat, sondern auch uns.“ Und das nicht zum letzten Mal.
Anlässlich des Besuches im Zentrum für Seelische Gesundheit hat Lasse Engel zusammen mit seinem Bruder Jesper, Hockeyspieler der HTC Stuttgarter Kickers, die Stiftung „Guardian Angel“ gegründet. „Unser Ziel ist es, Athleten aus Randsportarten mit Jugendarbeit zu verknüpfen“, erklärte Lasse Engel, „damit die Athleten ihren positiven Einfluss nutzen und Gutes bewirken können.“ Die Footballer von Stuttgart Surge? Werden sicher weiterhin dabei sein. Auch wenn es ihr Team nicht mehr gibt.