Melania Trump Die First Lady bekommt das Wort beim Parteitag

Von red/ AP 

Melania Trump fällt neben ihrem Ehemann Donald Trump wenig auf. Dabei tut die First Lady laut Experten einiges – nur findet sie dabei nicht immer den richtigen Ton.

Meist nur an der Seite ihres Mannes zu sehen: First Lady Melania Trump. Foto: AP/J. Scott Applewhite
Meist nur an der Seite ihres Mannes zu sehen: First Lady Melania Trump. Foto: AP/J. Scott Applewhite

Washington - Zurück ins Rampenlicht: Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie hat Melania Trump keine längere Rede mehr gehalten, aber nun soll ihr die Aufmerksamkeit gelten. Am Dienstagabend (Ortszeit) wird die First Lady vom Weißen Haus aus beim Parteitag der Republikaner sprechen und für eine zweite Amtszeit ihres Mannes werben. Sie dürfte dabei auch versuchen, die Fehltritte ihrer Rede 2016 zu vermeiden.

Worüber sie sprechen wird, das hat ihr Büro bislang nicht mitgeteilt. Es werde wohl eine Kombination aus dem Verteidigen dessen, was die Basis an Donald Trump mag, und dem Werben für weitere vier Jahre, sagt die Professorin Katherine Jellison, die sich mit First Ladys auseinandersetzt.

So wie Donald Trump die Normen für einen US-Präsidenten auf den Kopf stellte, so veränderte Melania Trump das Bild einer modernen First Lady. Sie lebte während der ersten Zeit weiter in New York City und erzwang den Rausschmiss der Vizeberaterin für nationale Sicherheit, Mira Ricardel. Seit Nancy Reagan hat sich keine First Lady derart öffentlich in Personalfragen eingemischt.

Häufige Fehltritte bringen ihr Kritik ein

Höhen und Tiefen prägten nicht nur die (bisherigen) Jahre ihres Mannes im Weißen Haus. Nachdem Melania Trump ihre „Be Best“-Kampagne für Kinder gestartet hatte, musste sie sich dafür verteidigen, warum sie damit gegen Hassreden im Internet werben will, während der Präsident via Twitter regelmäßig gegen Kritiker austeilt.

Sie reiste an die Grenze zu Mexiko, um Kinder von Migranten zu besuchen, nachdem die Regierung begonnen hatte, diese von ihren Eltern zu trennen. Doch auf dem Weg nach McAllen in Texas trug das frühere Model eine Jacke mit der Aufschrift: „Es ist mir wirklich egal. Und dir?“ Die trug sie zwar nicht beim Treffen mit den Kindern, aber das Outfit überschattete den gut gemeinten Besuch. Trump sagte später in einem Fernsehinterview, die Jacke sei für „die Leute und für die linken Medien“ gewesen, die sie kritisierten.

Ihre Ankündigung, während der Pandemie zwei kostspielige, privat finanzierte Projekte am Weißen Haus zu beginnen - den Bau eines Tennis-Klubhauses und Erneuerungen am Rosengarten - brachte ihr die Kritik ein, sie treffe nicht den richtigen Ton. In sozialen Medien wurde sie mit der französischen Königin Marie Antoinette verglichen, die einen verschwenderischen Lebensstil gepflegt haben soll. Trumps Antwort: Kritiker sollten sich lieber in ihren eigenen Gemeinden engagieren.

Melania Trump – nicht immer einer Meinung mit ihrem Mann

Zu angeblichen Affären ihres Mannes mit Pornostar Stormy Daniels und dem früheren Playmate Karen McDougal äußerte sie sich nicht. Auch zu den Russland-Ermittlungen und dem Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Trump gab es keinen Laut von Melania. Aber schon vor Monaten sagte sie, zu vier weiteren Jahren im Weißen Haus bereit zu sein.

Sie ist erst die zweite First Lady, die nicht in den USA geboren wurde. Sie kommt aus Slowenien und gab ihr Architekturstudium für eine Modelkarriere auf. 1996 kam sie in New York an, zwei Jahre später traf sie Donald Trump. 2005 wurde sie seine dritte Frau und brachte 2006 den Sohn Barron zur Welt. Im gleichen Jahr wurde sie US-Staatsbürgerin.

Die Coronavirus-Pandemie ist ein weiterer Punkt, bei dem sie anderer Meinung als ihr Ehemann war. Sie postete früh ein Foto von sich mit Gesichtsmaske und trug vor ihm eine in der Öffentlichkeit. Ihrer Sprecherin Stephanie Grisham zufolge war es ihr wichtig, die Richtlinien zu befolgen und Kindern ein Vorbild zu sein.

Kopie von Michelle Obamas Rede sorgte für Empörung

Tammy Vigil, Professorin an der Universität Boston, hat ein Buch über Melania Trump und ihre Vorgängerin in der Rolle der First Lady, Michelle Obama, geschrieben. Die Menschen beschwerten sich, dass Melania nicht viel tue, „obwohl sie eigentlich einige Dinge tut, aber nicht viel Aufmerksamkeit dafür bekommt“, sagte Vigil. „Ihr Ehemann saugt alle Luft im Raum auf.“

2016 nutzte sie ihre Rede, um sich den Wählern vorzustellen. Später kam heraus, dass darin Teile der Rede von Michelle Obama vom demokratischen Parteitag 2008 enthalten waren. Ein Redenschreiber übernahm denn die Verantwortung dafür. Nachdem Michelle vergangene Woche rhetorisch scharf gegen Donald Trump austeilte, wurde in den sozialen Netzwerken spekuliert, ob Melania es ihr gleichtun würde.




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