Melania Trump nicht nach Davos Wie ein Pornosternchen die Ehe von Trump gefährdet

Von Karl Doemens 

Ehekrise? US-Präsident Donald Trump wird eine angebliche Affäre mit Pornostar „Stormy Daniels“ immer mehr zum Verhängnis – eine Schweigegeldzahlung könnte rechtliche Folgen haben. Auch Melania Trump reagiert.

Melania Trump mit US-Präsident Donald Trump. Foto: AP
Melania Trump mit US-Präsident Donald Trump. Foto: AP

Washington - Der Eintritt war doppelt so teuer wie normal. An Zuschauern mangelte es trotzdem nicht. Für 20 Dollar (etwa 16 Euro) und ein paar Scheine Trinkgeld ließ „Stormy Daniels“ am Wochenende ihre spärlichen Hüllen fallen. Rund 300 Besucher im Trophy Club, einer Strip-Bar bei Greenville in South Carolina, waren begeistert.   „Make America horny again!“ („Mach Amerika wieder geil!“) ist das Motto der Tournee der 38-Jährigen, die mit bürgerlichem Namen Stephanie Clifford heißt. Und der Titel erinnert nicht zufällig an den Polit-Slogan des US-Präsidenten.

Angeblich hatte Donald Trump vor elf Jahren mit dem erfolgreichen Pornostar eine Affäre, und die Geschichte holt den 71-Jährigen gerade nicht nur an den Zeitschriftenauslagen der Supermarktkassen ein. Es geht um Schweigegeld, das womöglich aus Parteispenden gezahlt wurde, um Doppelmoral und neuerdings auch um eine mögliche Ehekrise, seit Ehefrau Melania am Dienstag überraschend ihre Mitreise zum Weltwirtschaftsforum in Davos absagte.

„Wall Street Journal“ rollt Geschichte auf

  Ins Rollen gebracht hat die Geschichte nicht ein Boulevardmagazin, sondern das konservativ-seriöse „Wall Street Journal“, dessen Verleger Rupert Murdoch zum Freundeskreis des Präsidenten gehört. Das Blatt berichtete vor zwei Wochen, dass Trumps Anwalt Michael Cohen im Oktober 2016, kurz vor der US-Wahl, 130 000 Dollar (circa 106 000 Euro) an Clifford überwiesen habe. Das bestreitet Cohen, die Zeitung fand jedoch im Schwarzgeldparadies Delaware das Konto einer ominösen Firma, die Cohen zugeordnet wird. Von dort wurde das Geld auf ein Konto des Pornostars in Los Angeles transferiert.  

Die meisten US-Medien zweifeln nicht daran, dass es sich um Schweigegeld handelt. Schließlich soll Clifford mit Fernsehsendern in Verhandlungen gestanden haben, ihre Geschichte vor der Kamera zu erzählen: wie sie im Juli 2006 den Milliardär Trump bei einem Golfturnier am Lake Tahoe kennenlernte, er sie auf sein Hotelzimmer einlud, eine Rolle in seiner Fernsehshow und ein Apartment im (nie gebauten) Trump Tower Tampa versprach und es zum Sex kam, der „nicht besonders abgefahren“ gewesen sein soll. Angeblich ließ sich Trump eine DVD des Pornostars signieren und hielt auch in der Folgezeit – zumindest telefonischen – Kontakt.  

Hat Donald Trump Melania Schweigegeld bezahlt?

Dass Trump immer mal wieder ein Auge auf schöne Frauen geworfen hat und diese auch bedrängt haben soll, ist nichts Neues. Der Sprengstoff liegt woanders: Es geht um (einvernehmlichen) außerehelichen Sex wenige Monate nachdem Trumps Sohn Barron geboren wurde. Und um sehr intime Gespräche, in deren Verlauf der Familienvater dem Nackt-modell gesagt haben soll, es sei „schön und schlau“ wie seine Tochter Ivanka. Und schließlich wird mitten in der Sexismus-Debatte bekannt, dass der Präsident an eine Frau Schweigegeld gezahlt haben soll.  

Das Weiße Haus bestreitet das alles. Doch das „Wall Street Journal“ hat nichts widerrufen. Und der US-Nachrichtensender CNN weist darauf hin, dass First Lady Melania, die seit 2005 mit Trump verheiratet ist, seit dem Erscheinen des ersten Berichts nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten ist. In US-Medien wird nun über einen Zusammenhang mit der Clifford-Affäre spekuliert. Hingegen gibt es für ein Verhältnis des Präsidenten mit seiner Kommunikationsdirektorin Hope Hicks, das die „Bild“-Zeitung andeutet, keine Indizien.  

Nicht nur in Trumps Ehe könnte es durch die Enthüllungen von „Stormy Daniels“ nun ziemlich stürmisch werden. Auch die Herkunft des Schweigegeldes wirft Fragen auf. So hat die Nichtregierungsorganisation Common Cause beim Justizministerium und der staatlichen Wahlkommission Beschwerde eingereicht. Sie vermutet, dass das Geld aus einer Wahlkampfkasse stammt und gegen das Gesetz zur Parteienfinanzierung verstoßen wurde. Derweil wird Clifford im nächsten Monat in Oklahoma City auftreten. „Der Pornostar, der 130 000 Dollar wert ist“, wirbt der Veranstalter. Im Hintergrund der Strip-Show läuft ein Video des Präsidenten.




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