Menschenleben retten Junge Frau spendet Stammzellen
Mara Manocchio hat vor kurzem Stammzellen gespendet. An wen, weiß sie nicht. Die 31-Jährige aus Korntal-Münchingerin freut sich aber schon jetzt auf eine Begegnung.
Mara Manocchio hat vor kurzem Stammzellen gespendet. An wen, weiß sie nicht. Die 31-Jährige aus Korntal-Münchingerin freut sich aber schon jetzt auf eine Begegnung.
Korntal-Münchingen - Vor fünf Jahren warben Mitarbeiter der Deutschen Knochenmarkspende an Mara Manocchios Schule, sich bei der DKMS registrieren zu lassen und damit Leben zu retten. Die damals 18-Jährige hörte auf ihr Bauchgefühl und stimmte zu. „Dann hab’ ich es gedanklich abgehakt“, erzählt die heute 23-Jährige. Bis ihr im April ein Brief und ein Karton ins Haus flatterten. „Ich war zuerst verwundet’“, erzählt die junge Frau aus Korntal-Münchingen. Doch nach dem Lesen des Briefes war schnell klar: Ihre Stammzellen werden gebraucht. Nach einem Telefonat mit einer Mitarbeiterin der DKMS ging es zum Hausarzt zur Blutabnahme. Drei Wochen später erreichte Mara Manocchio die Nachricht, dass sie unter den Getesten die bestmögliche Spenderin ist.
Anfang Juni stand die Voruntersuchung an. Den Termin im Robert-Bosch-Krankenhaus hatte die DKMS organisiert. „Ich hatte Glück und konnte zum Eingriff nach Stuttgart“, erzählt sie. Blut, Ultraschall, EKG – die potenzielle Spenderin wird auf Herz und Nieren geprüft.
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Fünf Tage vor dem Eingriff muss sich die Korntal-Münchingerin zweimal täglich mit einem Mittel spritzen, das die Produktion der Stammzellen ankurbeln soll. Mara Manocchio hat mit Kopf- und Rückenschmerzen und Übelkeit zu kämpfen. Nicht ganz seltene Nebenwirkungen.
Am 23. Juni ist es schließlich so weit. Viereinhalb Stunden muss Mara Manocchio in einem Sessel so gut wie regungslos sitzen. Im einen Arm wird das Blut abgenommen, um die Stammzellen herauszufiltern, im anderen Arm bekommt sie ihr gefiltertes Blut wieder zurück.
„Ich habe mich danach gut gefühlt und hätte sogar mit dem Auto selbst heimfahren dürfen“, erzählt sie. Doch die 23-Jährige geht auf Nummer sicher und lässt sich abholen. Drei Tage nach der Spende fliegt Mara Manocchio beruflich nach Dubai. Im erst vor kurzem eröffneten Restaurant Danza im Ludwigsburger Forum macht sie eine Ausbildung zur Veranstaltungskauffrau. Ihr Arbeitgeber, die Better Taste GmbH, ist für die Bewirtung im Baden-Württemberg-Haus auf der Expo in Dubai verantwortlich. „Das war eine Chance, die ich im mir nicht entgehen lassen wollte.“
Die Mittel, die sich die Spender vorab spritzen, vergrößern die Milz. Sieben Tage braucht es, bis sich wieder alles zurückgebildet hat. „Deswegen darf man sich eigentlich nicht überanstrengen.“ Das hat sie auch nicht, versichert sie. Und doch war die Reise kein Pappenstiel. „Die Hitze hat mich ganz schön geschlaucht. Es hatte 40 Grad“, berichtet Mara Manocchio.
Macht man sich Gedanken darüber, wer die Stammzellen empfangen hat und wie es ihm oder ihr geht? Mara Manocchio nickt. „Es ist ein komisches Gefühl, weil man das Ganze nicht einordnen kann und man macht sich natürlich immer wieder Gedanken. Das wird erst anders sein, wenn man mehr über den Empfänger weiß und ihn dann hoffentlich auch einmal kennenlernt.“
Eines ist der jungen Frau aber wichtig: Sich bei der DKMS registrieren zu lassen, kann Menschenleben retten. „Das sollte jeder, der gesund ist, tun.“