Im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum ist die Wanderausstellung „We are Part of Culture“ zu Gast. Künstler haben berühmte Persönlichkeiten porträtiert und mit Lebenslauf und Geschichte ausgestellt. Die Besonderheit: Alle Porträtierten haben einen queeren Hintergrund.

Stuttgart - Ein Statement gegen Diskriminierung soll sie sein – die Kunstausstellung „We are Part of Culture“ im Mercedes-Benz Museum. „Es geht um die Darstellung von insgesamt dreißig Persönlichkeiten, die sich geoutet haben oder bei denen man davon ausgeht, dass sie zur LGBTTIQ-Szene gehören“, sagt Ursula Schwarzenbart von Daimler.

Die Macher wollen eine gesellschaftliche Debatte

Dafür haben Künstlerinnen und Künstler berühmte Persönlichkeiten der europäischen Geschichte porträtiert, die mit ihren Leistungen in Wissenschaft, Politik oder Kultur einen nachhaltigen Einfluss gehabt haben. Die Gemeinsamkeit der Porträtierten: Alle haben einen queeren Hintergrund – oder es liegt zumindest nahe. „Bei der Ausstellung sind Bilder zu sehen, auf denen über diese Menschen mit Lebenslauf und Geschichte berichtet wird“, sagt Schwarzenbart, Leiterin Talententwicklung und Diversity bei Daimler.

Teil der Ausstellung sind unter anderem Hans Christian Andersen, Käthe Kollwitz und Marlene Dietrich. „Wer mich total überrascht hat, war Alexander der Große. Ich hätte nicht erwartet, dass wenn wir über Alexander den Großen sprechen, so etwas Intimes über sein Privatleben bekannt wird“, sagt Schwarzenbart. Und genau darum geht es den Machern der Ausstellung – in der Gesellschaft die Debatte anzuregen. „Wir erwarten uns vor allen Dingen, dass es vielleicht anderen Menschen ähnlich geht wie mir – dass sie vielleicht überrascht sind, welche Persönlichkeiten dort dargestellt werden“, sagt Schwarzenbart.

Noch bis Ende Oktober im Mercedes-Benz Museum

„Vielfalt hat für uns viele verschiedene Dimensionen und die Ausstellung hat für uns ganz klar den gesellschaftlichen Auftrag, den Diskurs zu diesem Thema zu fördern. Wir wollen, dass Menschen sich darüber unterhalten und dazu ins Gespräch kommen“, sagt Schwarzenbart. Es solle einen vernünftigen Diskurs geben und offen damit umgegangen werden. „Deswegen bin ich auch froh, dass die Ausstellung im Mercedes-Benz Museum ist. Das bietet die Möglichkeit viele Menschen anzusprechen, die mit der Thematik sonst nicht in Berührung kommen.“

Die Ausstellung „We are Part of Culture“ ist als Wanderausstellung in verschiedenen Teilen Deutschlands zu sehen. Seit 2017 findet sie immer wieder in Bahnhöfen, Museen, Firmen oder Rathäusern statt. Das Ziel ist laut Veranstalter die Förderung von Vielfalt, Respekt und Akzeptanz. Die Ausstellung solle Vorbilder und Identifikationsfiguren schaffen und aufzeigen, dass queere Menschen schon immer die Gesellschaft mitgeprägt haben. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober im Stuttgarter Mercedes-Benz Museum zu sehen. Der Eintritt ist frei. Mehr dazu unter www.wearepartofculture.de