Mercedes-Benz Wenn eine Trennung die beste Lösung ist

Der Facebook-Account von Miguel Klauß. Foto: Archiv/cf

AfD-Politiker sollten nicht bei Unternehmen arbeiten, deren Leitbilder sie ablehnen. Das meint Peter Stolterfoht.

Automobilwirtschaft/Maschinenbau: Peter Stolterfoht (sto)

Es ist im Grunde so, wie mit den Mitgliedern des Europaparlaments, die bei jeder Gelegenheit die EU in Frage stellen und die Abschaffung der Volksvertretung in Erwägung ziehen. „Warum sind Sie dann überhaupt hier“, möchte man solche Politiker und Politikerinnen immer wieder fragen.

 

Erinnert an antisemitische Aktionen

Warum arbeitet der AfD-Politiker Miguel Klauß also weiter bei Mercedes-Benz? Lehnt der Landtagsabgeordnete doch so vieles ab, für was das Unternehmen mittlerweile steht. Nachzulesen in der Vielfalts-Charta. Darin werden unter anderem Toleranz, Respekt und Internationalität eingefordert. Begriffe, die nicht mit den Überzeugungen des AfD-Politikers in Einklang zu bringen sind, wenn er Flüchtlingen „Abschiebetickets“ in den Briefkasten werfen will. Das erinnert übrigens verdächtig an antisemitische Aktionen im Kaiserreich und zu Beginn der NS-Zeit, als Deutschen jüdischen Glaubens zunächst „Freifahrkarten nach Palästina“ zugestellt worden sind.

Und dann soll Klauß auch noch die Strategie seiner Arbeitgeber mit dem (langfristigen) Ziel Klimaneutralität gegenüber Kollegen scharf kritisiert haben. Kann man machen. Fragt sich allerdings, ob es dann noch sinnvoll ist, von beiden Seiten an einer weiteren Zusammenarbeit festzuhalten.

Das Ganze hat auch etwas mit Stil und Konsequenz zu tun. Es gehört viel Chuzpe dazu, eine schlechte Meinung vom Arbeitgeber zu haben und gleichzeitig gutes Geld von ihm einzustreichen. Zusätzlich zu den 8878 Euro, die ein Abgeordneter im baden-württembergischen Landtag derzeit monatlich als Entschädigung erhält.

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