Das Australian-Open-Finale zwischen Roger Federer und Rafael Nadal hat Millionen Tennisfans begeistert. In ganz besonderen Maße gilt das auch für Edwin Weindorfer, den Turnierdirektor des Mercedes-Cups in Stuttgart.

Digital Unit: Julian Kares (jka)

Stuttgart - Das Endspiel bei den Australian-Open zwischen Roger Federer und Rafael Nadal hat Millionen Tennisfans begeistert. Und ganz besonders Edwin Weindorfer. Der Turnierdirektor des Mercedes-Cup freut sich nach dem Sieg des Schweizers auf eine gestiegene Nachfrage für das diesjährige Rasen-Turnier auf dem Stuttgarter Weissenhof (10. bis 18. Juni 2017).

Herr Weindorfer, wie und wo haben Sie den Sieg von Roger Federer über Rafael Nadal im Finale der Australien Open verfolgt?
Ich habe das Spiel im Hotelzimmer in Wien angeschaut. Es war unglaublich zu sehen, wie diese Generation noch einmal auflebt. Beide haben nach ihrer langen Pause ein großartiges Turnier gespielt, und ich freue mich, dass beide wieder auf allerhöchstem Niveau spielen. Sie haben wieder bewiesen, dass sie unglaubliche Athleten und Charaktere sind.
Sie kennen durch ihrer Arbeit sowohl Roger Federer als auch Rafael Nadal persönlich. Haben sie mit einem Spieler mehr mitgefiebert?
Ich habe mich für Roger wahnsinnig gefreut – und das nicht nur aus Gründen die mit dem Mercedes-Cup zusammenhängen. Trotzdem hätte ich mich für Rafa, der dreimal auf dem Weissenhof erfolgreich war, genauso gefreut. Beide sind unglaublich faire Sportsmänner. Es ist faszinierend, wie beide Spieler trotz ihrer Erfolge auf dem Boden geblieben sind. Im Bezug auf unser Turnier ist der Sieg von Roger dann aber doch etwas wichtiger.
Wird das Engagement von Roger Federer in Stuttgart nach dessen 18. Grand-Slam-Erfolg teurer?
Nein, der Vertrag wird sich in keiner Art und Weise verändern. Es ist eine Zweijahresvereinbarung, und das Antreten von Roger wird für uns nicht teurer werden. Aus persönlichen Gesprächen mit ihm weiß ich, dass für ihn der achte Wimbledon-Titel von enormer Bedeutung ist. Unser Turnier liefert ihm ein perfektes Timing, um sich auf dieses Ziel vorzubereiten.
Welche Bedeutung hat es, dass er als Champion der Australien Open kommt?
Der Ticketverkauf boomt durch den Grand-Slam-Sieg natürlich. Alle haben gesehen, dass wir uns auf einen Roger Federer freuen können, der körperlich und mental bei einhundert Prozent steht. Auch für die mögliche Gewinnung weitere Sponsoren war der Sieg wichtig. Wenn wir dies schaffen, dann sind bis zu vier Top-Ten-Spieler auf dem Weissenhof möglich.
Es besteht also die Möglichkeit, dass das Finale von Melbourne in diesem Jahr auch auf dem Weissenhof stattfindet?
Zurzeit ist es im Budget nicht möglich, einen Nadal und einen Federer nach Stuttgart zu holen. Wenn wir weitere große Partner und Sponsoren gewinnen können, dann würde diese Möglichkeit aber grundsätzlich bestehen. Unsere Deadline liegt sechs Wochen vor Turnierbeginn, bis dahin werden alle Spieler bekannt gegeben. Unsere Verhandlungen mit den Spielern starten schon bald bei den ATP-Turnieren in Miami und Indian Wells.
Aus deutscher Sicht sorgten vor allem Mischa und Alexander Zverev für Furore in Melbourne. Wie stehen die Chancen, dass das Brüder-Paar auf dem Weissenhof zu sehen ist?
Ich bin am kommenden Freitag bei der Davis-Cup-Partie gegen Belgien in Frankfurt vor Ort. Beide Spieler werden dort für Deutschland aufschlagen, und sicherlich werden wir dort auch erste Verhandlungen führen. Auch für Philipp Kohlschreiber, der im Vorjahr gegen Dominic Thiem erst im Finale verloren hat, werden wir eine Lösung finden.

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