Mercedes-Teamchef Toto Wolff Ungeregelter Brexit wäre Alptraum-Szenario für Formel 1

Von red/dpa 

Mit großen Sorgen verfolgt Mercedes-Teamchef Toto Wolff das Gerangel um den Brexit. Für Mercedes, das in England sein Hauptwerk für die Formel 1 hat, könnte dies schwerwiegende Folgen haben.

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff macht sich Sorgen wegen des bevorstehenden Brexits. Foto: dpa
Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff macht sich Sorgen wegen des bevorstehenden Brexits. Foto: dpa

Barcelona - Der Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff fürchtet schwere Folgen für die Formel-1-Teams mit Sitz in England, sollte es zum geplanten EU-Austritt Großbritanniens kommen. Dieser ist für den 29. März vorgesehen und damit bereits während der Saison, die am 17. März im australischen Melbourne beginnt.

„Ein ungeregelter Brexit wäre ein Alptraum-Szenario“, sagte der Teamchef der Silberpfeile am Montag beim Auftakt der Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya bei Barcelona der Internetausgabe der Zeitung „auto motor undsport“. „Der Brexit ist für uns und muss für alle Teams, die von England aus operieren eine große Sorge sein.“ Mercedes bestätigte diese Aussagen.

Sechs Teams in England beheimatet

Bei dem Rennstall sind Mitarbeiter aus 26 verschiedenen Nationen angestellt. Diese müssten aus England aus- und nach England einreisen, betonte Wolff. Zudem bekommt das Werksteam, das unter deutscher Lizenz antritt, Teile von außerhalb Englands. „Jede Störung in Bezug auf Zölle oder Lieferverzögerung kann große Auswirkungen haben“, sagte Wolff.

Neben Mercedes, das in Brackley sein Haupt-Formel-1-Werk hat, sitzen auch Red Bull (Milton Keynes), McLaren (Woking), Williams (Grove), Renault (Enstone) und Racing Point (Silverstone) in England. Die politischen Entscheidungen könnten ein Risiko für die Mitarbeiter und auch für die Formel-1-Industrie sein.

Bei einem EU-Austritt von Großbritannien fürchtet Wolff daher auch einen Nachteil gegenüber den Teams, die dort nicht beheimatet sind - allen voran Hauptkonkurrent Ferrari (Maranello/Italien). „Wir müssten in diesem Fall reagieren, mehr Teile auf Lager halten oder uns über die Lieferkette Gedanken machen. Andernfalls könnten unsere Produktion und auch unser Entwicklungsprogramm behindert werden“, sagte Wolff.