Merchandising auf Schwäbisch Des nemm i!

Von Uwe Bogen 

Wer was sagen will, sagt’s besonders gern auf Schwäbisch. Mundart-Sprüche auf Bäbber, Karten, Shirts, Tassen und Servietten sind der Renner.

Beliebter Button im Online-Versand von www. edizio-kaepsele.de. Foto: Edizio Käpsele
Beliebter Button im Online-Versand von www. edizio-kaepsele.de. Foto: Edizio Käpsele

Stuttgart - Lange genug neigten die Schwaben dazu, sich und ihren Kosmos klein zu machen. Um harte Wörter ein bissle aufzuweichen, haben sie die Buchstaben l und e an vielen Endungen gehängt. Sprachforscher bezeichnen die Verniedlichung mit le hochtrabend als schwäbischen Diminutiv. Wer meint, Schwaben würden selbst mit Gefühlen geizen, hat nicht mitbekommen, wie stolz sie inzwischen sind.

Gut, stolz waren sie schon immer. Doch neuerdings wollen sie dies auch zeigen. Etwa auf T-Shirts, Bäbber, Karten und Autokarosserien. Dies hat Menschen im Südwesten, die schon immer als schaffig galten, ein neues Geschäftsfeld eröffnet. Merchandising sagt man auf gut Englisch dazu. Auf gut Schwäbisch heißt das: Mir kaufad nix, mir guggad bloß!

Ist natürlich völlig falsch, dass Schwaben nur schauen. Sie kaufen gern, wenn es sich lohnt. Des nemm i!

Große Schwaben-Schau im Landesmuseum

Das Mundart Merchandising gewinnt an Fahrt, je näher der Start der Großen Landesausstellung im Alten Schloss rückt. Vom 22. Oktober bis 23. April 2017 präsentiert das Landesmuseum unter dem Titel „Zwischen Mythos und Marke“ auf über 1000 Quadratmetern die Schwaben als Dichter, Denker und Tüftler. Darum geht es auch beim Schwabentag am 23. September am Stadtschreibtisch der Stuttgarter Nachrichten bei Wittwer. Darauf freuen sich alle Schwaben und Schwabenfreunde – und auch alle, die gern schwäbische Sprüche klopfen und sie unter die Leute bringen wollen.

Die Edizio Käpsele ist seit Jahren spezialisiert auf schwäbische Bekenntnisse. Erhältlich sind die auf Buttons, Taschen und Shirts. „I han koi Kundenkarte, koi Paybackkarte, PLZ sag i net. Ich möcht bloß einkaufa!“, ist ein Beispiel dafür. Oder: „A Schwätzle muss sei.“

Au net schlecht: „Bevor i mi uffreg isch mrs lieber egal.“

Produkte der Edizio gibt’s im Netz – immer öfter auch im örtlichen Handel. Devise: „Käpsele kaufet em Flecka“.

„Butz dei Göschle“, steht auf der Serviette

Schwabenliebe – so nennt sich der Onlineshop, der schwäbische Köstlichkeiten anbietet, aber auch Servietten, auf denen „Schmegd ned, gibd´s ned!“ oder „Butz dei Göschle“.

Im Belser-Verlag, bei dem der offizielle Band zur großen Schwabenschau im Alten Schloss erscheint, gibt’s Postkarten, auf denen „Obacha Cool“ oder „Goht’s no?“ (so der Titel des StN-Kolumnenbandes) steht. In vielen Buchhandlungen werden in Kürze Deko-Fahnen hängen – mit einer Aufforderung der Schwabenhelden Äffle & Pferdle: „Leut, ganget au amol wieder Schwoba-Bücher kaufa!“

An Schwäbisch kommt keiner mehr vorbei. ,Subbr Sach! Des nemm i!

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