Merkel und Kretschmann bei Bosch “Wir brauchen den Diesel-Motor“

Angela Merkel, Winfried Kretschmann und Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch-Gruppe, bei der Eröffnung des Bosch-Forschungscampus Foto: dpa
Angela Merkel, Winfried Kretschmann und Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bosch-Gruppe, bei der Eröffnung des Bosch-Forschungscampus Foto: dpa

Ministerpräsident Kretschmann hält den Dieselantrieb auch in der Zukunft für extrem wichtig. Dies betonte Kretschmann am Mittwoch bei der Eröffnung eines Bosch-Forschungszentrums in Renningen.

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Renningen - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat gemeinsam mit dem Technikkonzern Bosch die wichtige Rolle von Dieselantrieben trotz der VW-Manipulationen betont. „Die Gefahr ist, dass der Dieselmotor (...) in Misskredit gebracht wird“, sagte Kretschmann am Mittwoch bei der Eröffnung eines Bosch-Forschungszentrums in Renningen bei Stuttgart. „Das müssen wir wirklich verhindern, wir brauchen ihn für unsere Übergangszeit bis zur Elektromobilität, um die CO2-Ziele zu erreichen.“

Auch Bosch-Chef Volkmar Denner sprach sich für den Diesel aus. Der Verbrennungsmotor sei als Übergangslösung „noch lange Zeit“ unverzichtbar, sagte der Manager.

Warnung vor unrealistischen Grenzwerten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war ebenfalls Gastrednerin bei der Eröffnungsfeier für die 310 Millionen Euro teure Anlage gekommen - zu den Folgen des Diesel-Skandals äußerte sie sich aber nicht. Merkel lobte die Investitionen in den Forschungscampus: „Das Unternehmen hat den Anspruch, Ideen umzusetzen, die andere noch nicht einmal hatten.“ Der Bosch-Campus mit seinen 1700 Tüftlern soll unter anderem die weitere Erforschung der Elektromobilität sowie anderer Verkehrsaspekte ankurbeln - etwa Autopilot-Funktionen in Autos.

Konzernchef Denner warnte mit Blick auf den VW-Diesel-Skandal vor zu strengen neuen Vorgaben. „Wenn man die (Abgas-)Grenzwerte jetzt unrealistisch absenkt, so dass sie mit klassischen Verbrennungsmotoren nicht mehr erreichbar sind, dann tut man dem Verbraucher, aber auch der Industrie nichts Gutes“, sagte Denner. Man müsse die Balance halten zwischen Ankurbelung von Innovationen und wirtschaftlicher Machbarkeit, sagte der Manager. Dies sei dem Gesetzgeber in der Vergangenheit gelungen, so müsse man weitermachen.

Bosch verkauft unter anderem Zuliefer-Komponenten für Dieselfahrzeuge. Der Konzern hatte auch Bauteile für die Autos geliefert, in denen VW bei Abgastests geschummelt hat. Medienberichten zufolge hatte Bosch seinen Kunden Volkswagen schon 2007 gewarnt, dass der kommerzielle Einsatz der Software illegal wäre. Hiernach gefragt, lehnte Denner eine Stellungnahme ab.

Auf die Frage, ob Bosch mit Einbußen infolge des Diesel-Skandals rechne, sagte er: „Bisher sehen wir bezüglich unseres Dieselmarktes keine Veränderung.“ Es werde aber darauf ankommen, vielen Verbrauchern ihre momentane Verunsicherung zu nehmen, sagte Denner.

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