Merkels Reisepanne und die Folgen Die Flugbereitschaft stockt ihre Flotte auf

Für Flüge der Kanzlerin und des Bundespräsidenten wird künftig noch mehr Vorsorge getroffen. Foto: dpa
Für Flüge der Kanzlerin und des Bundespräsidenten wird künftig noch mehr Vorsorge getroffen. Foto: dpa

Peinlich war das verspätete Eintreffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel beim G20-Treffen in Buenos Aires der Bundesregierung. Um zu verhindern, dass sowas nochmal passiert, stockt die Verteidigungsministerin die Personalreserve auf – und die Flugbereitschaft.

Politik/Baden-Württemberg : Bärbel Krauß (luß)
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Berlin - Nach der Panne auf dem Flug von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum G20-Gipfel in Buenos Aires vor wenigen Wochen will Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die Flotte der Flugbereitschaft aufstocken und mindestens bei Flügen der Regierungschefin und des Bundespräsidenten die Zahl der Besatzungen in Reserve erhöhen. Die SPD als Koalitionspartner signalisiert Offenheit für von der Leyens Wunsch, die Neuanschaffungen nicht aus dem laufenden Verteidigungshaushalt zu finanzieren und kann sich eine Aufstockung des Wehretats für diese Beschaffungen vorstellen.

Ursula von der Leyen nannte es „bitter“, dass Merkel wegen technischer Probleme mit dem Regierungsairbus liegenblieb. Um solche Situationen künftig zu vermeiden, prüft das Verteidigungsministerium nun den Kauf von ein oder zwei weiteren Maschinen für Langstreckenflüge. Die Anschaffungskosten können laut Expertenschätzung zwischen je 200 und 300 Millionen Euro liegen.

Ursache der Panne jetzt eindeutig geklärt

Technisch ist die Ursache der „ernsthaften Störung“, von der die Kanzlerin selbst nach der ungeplanten Rückkehr und Landung in Köln gesprochen hatte, inzwischen offenbar geklärt. Am Samstag gab es Konsultationen zwischen dem für die Flugsicherheit zuständigen General der Luftwaffe und Experten der Lufthansa. „Die Ursache für den Ausfall eines Bauteils ist identifiziert und das weitere Verfahren festgelegt“, erklärte das Verteidigungsministerium auf Anfrage. Es sei eine Frage von Tagen, über den Austausch eines Bauteils und technische Änderung der Konfiguration das Problem vollständig zu beseitigen. Dann sollen die beiden großen Regierungsmaschinen „Konrad Adenauer“ und „Theodor Heuss“ wieder startklar sein.

Dritte Mannschaft wird als Reserve in Bereitschaft versetzt

Auch in der personellen Aufstellung für hochrangige Regierungsflüge will Ministerin von der Leyen die Sicherheitsreserve verstärken. Bei Merkels Flug hatte, wie stets bei hochrangigen Regierungsreisen, eine Ersatzmaschine bereitgestanden. Da die Zweitmaschine nach dem glatten Start der „Konrad Adenauer“ nach Köln zurückgekehrt war, hätte die Crew wegen des Kurzflugs und der langen Strecke nach Argentinien die maximale Flugzeit überschritten. So war zwar die Ersatzmaschine startklar, aber es gab keine Mannschaft, die sie fliegen konnte. Laut Ministerium sollen bei Flügen von Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier künftig neben der planmäßigen Besatz und der Crew für den Ersatzflieger eine dritte Mannschaft in Bereitschaft sein.




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