Messe „Bread and Butter“ Fashion Week ohne Butterbrot

Flip-Flops für Hipster: die „Bread and Butter“ war die Fachmesse für junge urbane Trendsetter. Foto: dpa-Zentralbild
Flip-Flops für Hipster: die „Bread and Butter“ war die Fachmesse für junge urbane Trendsetter. Foto: dpa-Zentralbild

Die große Streetwearmesse „Bread and Butter“ in Berlin hat ihre Januarausgabe abgesagt. Für die Fashion Week und den Berliner Modezirkus ist das ein schwerer Schlag.

Korrespondenten: Katja Bauer (tja)
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Berlin - Monatelang hatte es schon Spekulationen um die Zukunft der größten Berliner Modemesse gegeben, nun hat der Veranstalter der „Bread and Butter“, Karlheinz Müller, die Ausstellung für die Fashion Week im Januar erstmals abgesagt. Es sei einfach nicht gelungen, genügend Aussteller für die Messe im Flughafen Tempelhof zusammenzukriegen, teilte das Unternehmen mit.

Für den Berliner Modezirkus ist das ein Schlag: schließlich war die Streetwearmesse Bread and Butter nicht nur die größte Show während der halbjährlich stattfindenden Fashion Week – ihr Umzug von Köln an die Spree vor elf Jahren hatte das modisch bis dato fragwürdige Berlin erstmals als coole Stadt, in der Straßentrends entstehen, in den Fokus gerückt. Die Botschaft damals war klar: Berlin mag nicht der Ort für Haute Couture sein, aber Mode wird hier trotzdem gemacht – von unten. Und die Bread and Butter, die Mitte der Nullerjahre auch mal ein Intermezzo in Barcelona feierte, wurde phasenweise zur internationalen Leitmesse für Alltagskleidung.

Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit feierte sich 2009 dafür, die Messe zum Umzug in den leerstehenden Flughafen Tempelhof bewegt zu haben und mit der Veranstaltung das Image der Stadt als Ort für Kreative, Künstler und Partyvolk zu schärfen. Zu Rekordzeiten kamen 100 000 Fachbesucher, bei den riesigen Partys zu Beginn und Ende jeder Messe spielten Bands wie Sportfreunde Stiller oder Mando Diao. Der Mietvertrag, der für zehn Jahre unterschrieben wurde, läuft ungeachtet der Absage weiter.

Trotzdem muss die Berliner Szene einen Schlag verkraften. Allerdings hat sich in den vergangenen Jahren rund um die Schau ein stabiler und stetig wachsender Modezweig in der Stadt entwickelt. Zur Berliner Fashion Week finden inzwischen mehr als ein Dutzend Messen mit mehr als 200 Veranstaltungen statt, in der Stadt haben sich 3500 Unternehmen mit knapp 20 000 Beschäftigten im Bereich Mode angesiedelt, eine höhere Dichte gibt es in der ganzen Republik nicht.

Und Wandel gehört ohnehin zur Branche. Vielleicht sind auch einfach die Zeiten der Bread and Butter vorbei. Messechef Müller begründete seine Absage damit, dass es nicht gelungen sei, eine ausreichende Anzahl an Ausstellern zu finden. Ob die Messe im Sommer wieder stattfinden wird, blieb offen. „Ich bin davon überzeugt, dass die Fortschreibung unseres Erfolgskonzeptes nicht durch die Wiederholung der Vergangenheit möglich ist. Vielleicht muss auch etwas Großartiges zu Ende gehen, damit Neues entstehen kann“, so Müller. Die gesamte Branche befinde sich in einem rasanten Umbruch.




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