Messe für islamkonforme Produkte Halal Expo findet nicht statt

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Weil für die Halal Expo nur wenige Aussteller gewonnen wurden, wird die Messe, auf der islamkonforme Produkte gezeigt werden sollten, abgesagt. Kritik an den Machern kommt von einem islamischen Unternehmer.

Die Firma Itikat Helal in Altbach (Kreis Esslingen) bietet islamkonforme Tiefkühlprodukte an. Foto: Horst Rudel
Die Firma Itikat Helal in Altbach (Kreis Esslingen) bietet islamkonforme Tiefkühlprodukte an. Foto: Horst Rudel

Stuttgart - Der Markt ist zwar potenziell groß, das Interesse möglicher Aussteller hingegen gering. So lautet die ­widersprüchliche Erklärung der Stuttgarter Messe für die Absage der Halal-Expo. Die für Mai geplante Messe rund um ­islamkonforme Produkte wurde am ­Montag überraschend abgesagt.

„Das komplexe und sehr sensible Marktumfeld lässt eine zeitnahe Realisierung der ersten Fachmesse dieser Art im deutschsprachigen Raum im geplanten Format nicht zu“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme des Unternehmens. „Immer wenn wir ein neues ­Konzept angehen, muss es sich wirtschaftlich tragen“, erklärt Gerd Fleischer, der Pressesprecher der Messe Stuttgart.

Große Konzerne lassen ihre Produkte als halal zertifizieren

Die Idee für die Veranstaltung wurde ­allein von der Messe entwickelt. „Wir ­haben erkannt, dass der Markt für diese Produkte eine gewisse Größe hat“, sagt Fleischer. Große Lebensmittelkonzerne wie Nestlé oder Haribo, Brauereien wie Jever oder Karlsberg und Pharmaunternehmen lassen Teile ihrer Produktpalette mittlerweile als islamkonform zertifizieren.

Die Überraschung für die Messemacher: „Viele potenzielle Aussteller haben sich nicht klar zu dem Thema bekannt“, sagt Fleischer. „Der wirtschaftliche Erfolg der Veranstaltung war nicht mehr absehbar.“ Wie der Widerspruch – großer Markt auf der einen und zurückhaltende Aussteller auf der anderen Seite – zustande kommt, kann der Messesprecher nicht erklären.

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