Messe Speis & Trank in Fellbach Die Genießer trotzen dem Virus

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Eine Food-Messe in Corona-Zeiten? Die Speis & Trank in der Alten Kelter Fellbach hat gezeigt, wie das funktionieren kann. Wie unser Redakteur den Besuch der Messe erlebt hat:

Hygiene wird zu Corona-Zeiten groß geschrieben – auch auf der Speis & Trank in Fellbach. Foto: Gottfried Stoppel
Hygiene wird zu Corona-Zeiten groß geschrieben – auch auf der Speis & Trank in Fellbach. Foto: Gottfried Stoppel

Fellbach - Eine Foodmesse zu Coronazeiten – geht das überhaupt? Die Organisatoren der Speis & Trank hatten sich alle Mühe gegeben, die Messe in der Alten Kelter in Fellbach nach den Vorschriften des Infektionsschutzes zu gestalten. Die Stände waren mit großem Abstand aufgestellt und separate Ein- und Ausgänge ausgewiesen. Markierungspfeile auf dem Boden sollten helfen, Gegenverkehr – und damit Gedränge – zu vermeiden.

Die meisten Aussteller und Verkäufer trugen Mund-Nasen-Schutz, andere setzten auf Plexiglaswände. An vielen Stellen waren Desinfektionssäulen aufgestellt. Der Messe-Geschäftsführer Luca Salvatore lobte am Samstag die „gute Zusammenarbeit mit der Stadt Fellbach“.

Schokolade aus Winnenden, Craft-Beer aus Murrhardt

Natürlich schränkten die Sicherheitsvorkehrungen beim Schlemmen und Verkosten ein. Aber wer es schaffte, Stoff und Plexiglas mental zu verdrängen, konnte einen kulinarischen Spaziergang durch die Region – und sogar weltweit – unternehmen. Zum Probieren – und natürlich zu Kaufen – gab es zum Beispiel das Pesto von „La Fattoria“ aus Stuttgart. Die grüne Köstlichkeit wird hergestellt nach dem Rezept des „Pesto-Weltmeisters“ Sergio Mutto. Es ist zwar schon acht Jahre her, dass dieser bei der jährlichen Pesto-Weltmeisterschaft in Genua prämiert wurde – trotzdem schmeckt die handgemachte Pasta mit seinem Pesto hervorragend.

Auch urschwäbische Produkte wie die Maultaschen von „Mauls and More“ brauchen sich nicht zu verstecken. Der Messebesucher erfährt, dass die Region kulinarisch auch abseits von Rostbraten und Spätzle vieles zu bieten hat. Aus Winnenden zum Beispiel kommt hervorragende Schokolade – Ullis Confiserie hat mit dem „Winnender Möpsle“ sogar dem inoffiziellen Wahrzeichen der Stadt eine Sorte gewidmet. Und in Murrhardt wird besonderes Bier gebraut: Hey Joe’s Brewing gibt es seit 2017. Im vergangenen Jahr hatte die Craft-Beer-Manufaktur sogar ein Festival mit verschiedenen Brauereien ins Leben gerufen – im Jahr 2020 war dieses allerdings den Auswirkungen des Coronavirus zum Opfer gefallen.

Auch die rote Corona-Ampel bedeutet nicht das Aus

Auch wenn mancher Aussteller sich bestimmt einen besseren Umsatz erhofft hätte, waren viele doch froh, in diesem Jahr überhaupt irgendwo präsent sein zu können. Als bekannt wurde, dass im Rems-Murr-Kreis bereits von Sonntag an die strengeren Corona-Auflagen gelten, bedeutete auch dies nicht das Aus der Messe: „Wir haben dann eben besonders gut auf die Besucherzahlen geschaut und darauf geachtet, dass wir unter dem Limit liegen. Sobald dieses erreicht war, durften nur noch Besucher in die Halle, wenn andere hinausgegangen sind“, erklärte Luca Salvatore. Immerhin habe das auch einige Vorteile: „Es gibt kein Gedränge und die Aussteller können ausführliche Beratungsgespräche führen.“




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