Messerstecherei an der Königstraße Stadt Stuttgart prüft Erweiterung der Waffenverbotszone

Am oberen Ende der Königstraße soll ein 17-Jähriger drei Männer mit einem Messer angegriffen haben. Foto: red/René Wolff

Haben sich mit der Zunahme der Messerdelikte neue Kriminalitätsschwerpunkte in der Stuttgarter City ergeben? Die Polizei soll nun Zahlen dazu liefern

Lokales: Christine Bilger (ceb)

Nach der Messerstecherei vor gut einer Woche, bei der ein 17-Jähriger drei Männer verletzt haben soll, prüft die Stadt, ob sie schärfere Regeln gegen das Tragen eines Messers verhängen kann. „Wir prüfen eine Ausweitung der Messerverbotszone“, sagt der Ordnungsbürgermeister Clemens Maier (Freie Wähler). Gemeint sind damit sowohl der Geltungsbereich als auch der Zeitraum. Die Stuttgarter Polizei erhebe derzeit die Daten, auf deren Grundlage eine solche Regeländerung umgesetzt werden kann: „Dazu muss in einer bestimmten Gegend deutlich mehr passiert sein als im Durchschnitt“, sagt der Ordnungsbürgermeister. Zuerst hatte der SWR darüber berichtet.

 

Wenn das nicht bestätigt werde, sei das eine gute Nachricht: „Dann ist das auch gut, denn das würde bedeuten, dass wir keinen weiteren Kriminalitätsschwerpunkt haben“, so Maier. Eine solche Verbotszone müsse räumlich und zeitlich begrenzt sein. Das ist auch die bestehende: Die Regeln gelten innerhalb des Cityrings und im Stadtgarten an den Wochenenden.

Maier: Wir dürfen die Sicherheitslage nicht schlechtreden

Man dürfe jedoch nicht davon ausgehen, dass ein solches Verbot grundsätzlich Straftaten verhindern könne. „Die Beteiligten hatten eine Vorgeschichte. Da hätte auch woanders passieren können“, sagt Maier. Deswegen „müssen sich Passanten durch den Vorfall nicht verunsichert fühlen“, sagt der Bürgermeister. Zumal sich in dem Fall auch gezeigt habe, wie schnell die Polizei eingreifen könne. „Eine gemeinsame Streife der Polizei und des städtischen Vollzugsdienstes sei sofort zur Stelle gewesen und habe den Tatverdächtigen, einen jungen Syrer, dingfest gemacht. Das trägt ja auch zur Sicherheit bei.“

Auch wenn man derart brutale Attacken „grundsätzlich nicht auf unseren Straßen“ wolle, dürfe man nun nicht in Panik verfallen. „Wir müssen vernünftig bleiben ujnd nicht durch Einzelereignisse die ganze Sicherheitslage schlechtreden“, sagt Clemens Maier. Und fügt hinzu: „No-Go-Areas haben wir nicht – das sollte man nicht vergessen“.

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