MHP Riesen Ludwigsburg scheitern im Halbfinale Raus mit Applaus bei Alba Berlin

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Nach 67 Pflichtspielen ist die Basketball-Saison für die MHP Riesen Ludwigsburg zu Ende. Sie verabschieden sich beim 88:91 im Play-off-Halbfinale in Berlin erhobenen Hauptes.

Der Ludwigsburger  Elgin Cook (links)  zieht mit seinem Team gegen die Berliner um Bogdan Radosavljevic den Kürzeren.Foto:dpa Foto:  
Der Ludwigsburger Elgin Cook (links) zieht mit seinem Team gegen die Berliner um Bogdan Radosavljevic den Kürzeren. Foto:dpa

Ludwigsburg/Berlin - Die Basketballer der MHP Riesen haben sich mit aller Macht gegen das Aus gewehrt. Nach einem zwischenzeitlichen 16-Punkte-Rückstand verloren die Ludwigsburger bei Alba Berlin das dritte Halbfinale knapp mit 88:91 (43:42) und konnten sich so erhobenen Hauptes aus der Saison verabschieden.

Saison Die MHP Riesen blicken auf die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte zurück. Der Vorsitzende Alexander Reil sagt: „Wenn man das Halbfinale um die deutsche Meisterschaft und in der Champions League erreicht, ist das natürlich ein sehr gutes Ergebnis.“ Das die Mannschaft bis in die Top Ten der europäischen Club-Rangliste (zwischenzeitlich sogar auf Platz sechs) geführt hat.

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Berlin, die Bayern oder auch Bamberg sind in der Liga nochmals eine ganz andere Hausnummer mit Etats im zweistelligen Millionenbereich – da stößt ein Club wie die MHP Riesen an seine Grenzen. Eine Steigerung nächste Saison ist sportlich fast unmöglich, das weiß auch der Club-Chef, der sich davon aber nicht verrückt machen lässt. „Die Erwartungshaltung von außen kann man sowieso nicht beeinflussen“, sagt Reil: „Aber wir lassen uns deshalb nicht unter Druck setzen.“

Nächster Umbruch droht

Kader Man muss kein Prophet sein, um vorauszusagen, dass die Mannschaft der nächsten Saison zum größten Teil ein neues Gesicht bekommen wird – wie schon in den vergangenen Jahren. Aktuell haben lediglich Dwayne Evans (18 Punkte am Sonntag) und Kapitän David McCray einen Vertrag, am ehesten könnte Adam Waleskowski hinzu stoßen, für den Ludwigsburg zur zweiten Heimat geworden ist und der auch mit seinen 35 Jahren eine starke Saison (acht Punkt und 4,3 Rebounds im Schnitt) spielte. Der gerade wieder genesene Center Johannes Thiemann hat ein Bleiben zwar nicht ausgeschlossen, doch dem Nationalspieler stehen alle Türen offen, zum Beispiel in Bamberg. Die anderen Deutschen – Florian Koch und Niklas Geske – waren mit ihren Einsatzzeiten am Saisonende wenig zufrieden und dürften sich wohl nach Alternativen umschauen. Genau wie der Senkrechtstarter Thomas Walkup, der mit dem Euroleague-Dritten Zalgiris Kaunas (Litauen) in Verbindung gebracht wird. Auch der immer stärker werdende Elgin Cook wird genügend Angebote bekommen. „Die Spielerfrage haben wir aber bewusst aufgehoben bis nach der Saison“, betont Reil. Gleiches gilt für den Trainer, der zwar noch einen Vertrag über ein Jahr besitzt, aber auf dieser relevanten Position gilt es, frühzeitig die Weichen zu stellen.

Zuschauer Patrick hat zuletzt gegen Berlin mit seinem „Schwalben“-Vorwürfen die Fans gespalten, die in dieser Saison mit 3531 im Schnitt in der Hauptrunde hinter den Erwartungen geblieben sind; das entspricht einem Rückgang von etwa sieben Prozent zum Vorjahr. „Man darf nicht vergessen, dass wir mit Champions League sehr viele Heimspiele hatten“, sagt Reil – 32 an der Zahl. Das kostet Zeit – und Geld. „Aber insgesamt sehe ich keinen besorgniserregenden Zuschauerschwund“, sagt der Ludwigsburger in seiner Funktion als BBL-Präsident der Liga, in der das Minus bei knapp fünf Prozent liegt.

Änderungen im Umfeld

Verein Im Umfeld des Clubs wird es Veränderungen geben. Pressechef Björn-Lars Blank verlässt den Verein und wechselt zu einer Werbeagentur. Der hauptamtliche zweite Vorsitzende Marko Beens hört vorzeitig auf, nachdem es offensichtlich unterschiedliche Auffassungen über die Ausrichtung im Verein gegeben hat. Der Posten soll in dieser Form auch nicht wieder besetzt werden. Dafür gibt es seit Anfang Mai einen Leiter Marketing/Vertrieb: Markus Buchmann hat diese Funktion zuletzt beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim gearbeitet und war zuvor über den Vermarkter Ufa Sports auch schon bei den Stuttgarter Kickers. „Wir wollen uns durch eine veränderte Struktur auch in diesem Bereich ein Stück weit verbessern“, sagt Reil – wobei das Prinzip der kleinen Schritte ja generell das Motto des Vorsitzenden ist. Dass in dieser Saison ein paar Riesen-Schritte dazu kamen, war so nicht eingeplant.