MHP und Porsche als Sponsoren Planungssicherheit für Stuttgarter Kickers

Von  

Der Fußball-Drittligist Stuttgarter Kickers stellt den neuen Hauptsponsor MHP und den Jugendförderer Porsche vor. „Das sind für uns Meilensteine auf dem Weg der weiteren Entwicklung“, sagt der Kickers-Präsident Rainer Lorz.

Alles neu bei den Kickers: auf dem Trikot des Zugangs Erich Berko prangt schon der Schriftzug des künftigen Hauptsponsors. Foto: Pressefoto Baumann
Alles neu bei den Kickers: auf dem Trikot des Zugangs Erich Berko prangt schon der Schriftzug des künftigen Hauptsponsors. Foto: Pressefoto Baumann

Stuttgart - Die Stuttgarter Kickers liegen im Trend. Wer im Fußball was auf sich hält, arbeitet mehr oder weniger eng mit einer Automarke zusammen. Wolfsburg (VW), Ingolstadt (Audi), der VfB (mit Mercedes-Benz) – und die Blauen jetzt mit Porsche, wenn auch „nur“ im Nachwuchsbereich. Die schon länger feststehende Zusammenarbeit wurde am Donnerstag offiziell vorgestellt. Und in diesem Zuge gleich noch der künftige Hauptsponsor MHP, der bereits beim ersten Testspiel des Fußball-Drittligisten am Mittwochabend die Trikots der Blauen zierte.

„Das sind für uns Meilensteine auf dem Weg der weiteren Entwicklung“, sagte der stolze Kickers-Präsident Rainer Lorz am Donnerstagmorgen bei der Präsentation der Partnerschaften, die in beiden Fällen erst einmal auf drei Jahre angelegt sind. „Das gibt uns Planungssicherheit“, fügte Lorz hinzu, nachdem zuletzt über den gleichen Zeitraum ebenfalls eine Automarke (Subaru) als Trikotpartner auf der Kickers-Brust prangte. Deren Engagement war sogar noch etwas lukrativer, zahlten die Japaner inoffiziell doch 450 000 Euro pro Jahr, jetzt sollen es nach StZ-Informationen etwa 100 000 Euro weniger sein.

Hoffen auf Sogwirkung für weitere Partnerschaften

Allerdings darf man nicht vergessen, dass eben noch Porsche hinzukommt, so dass die Kickers unterm Strich im Gesamtpaket Profi und Nachwuchs besser aufgestellt sind als zuletzt. „Zudem erhoffen wir uns auch eine Sogwirkung für weitere Partnerschaften“, sagte der Präsident mit der Strahlkraft von zwei so renommierten Marken im Rücken, auch wenn MHP vielleicht nicht jedem auf Anhieb ein Begriff ist. Deshalb ein Exkurs: es handelt sich um das führende Unternehmen im Bereich Management- und IT-Beratungen in Deutschland, mit insgesamt 1300 Mitarbeitern und Hauptsitz in Ludwigsburg.

Dort fungiert MHP bereits als Titelsponsor des Basketball-Bundesligisten MHP Riesen sowie als Namenspatron für die Arena. Und: Porsche ist seit 1999 mit 82 Prozent an MHP beteiligt. „Wir fühlen uns der Region verbunden und möchten unseren Erfolg zurückgeben“, sagte der MHP-Gründer Ralf Hofmann zu den Beweggründen, aber auch: „Wir suchen immer wieder gute Mitarbeiter, und die bekommt man nur, wenn man ein gutes Image hat.“

Nächste Saison soll es mit dem Aufstieg klappen

Dazu sollen nun auch die Kickers beitragen, selbst in der dritten Liga. Doch wie sagte Lorz: „Wir sind alle erfolgsorientiert.“ Soll heißen: der Aufstieg wird nächste Saison erneut in Angriff genommen.

Mittelfristig soll sich dabei auch das Porsche-Engagement auswirken. Der Sportwagenhersteller setzt sich bewusst nur beim Nachwuchs ein, so auch bei den Ludwigsburger Basketballern, wo man sich auf Anhieb mit einem Meistertitel schmücken konnte. Doch das ist nur ein Aspekt: „Wir wollen auch die gesellschaftliche Funktion des Sports unterstreichen“, sagte der Finanzvorstand Lutz Meschke. So soll die Nachwuchsabteilung unter dem Motto „Turbo für Talente“ weiterentwickelt werden, speziell was das Leistungszentrum betrifft, das noch auf seine Zertifizierung durch den DFB wartet. Und Meschke sagte zum Schluss ganz nebenbei: „Natürlich hoffen wir, dass wir ein wenig dazu beitragen können, die Kickers bald in der zweiten Liga wiederzusehen.“

Dass die Kickers-Spieler dabei mit Porsche-Fahrzeugen geködert werden, ist allerdings nur ein Gerücht – zumindest die Jugendtrainer aber bekommen einen Macan zur Verfügung gestellt, mit dem sie künftig offizielle Termine wahrnehmen können. Wenn das kein Anreiz ist.