Die Mietpreisbremse wird nach dem Zoff in der grün-schwarzen Koalition nur um ein Jahr verlängert. Darauf habe sich die Regierungskoalition verständigt, sagte Bauministerin Nicole Razavi (CDU) unserer Zeitung. Der Bund hatte eigentlich eine gesetzliche Grundlage für eine Verlängerung bis 2029 geschaffen. Doch im Land gab es Streit um die Landesverordnung, die regelt, wo die Mietpreisbremse greifen soll. An dem Gutachten hatten sich vor allem die Grünen im Landtag gestoßen, weil die Mietpreisbremse danach in Städten wie Mannheim, Konstanz, aber auch Waiblingen nicht mehr gelten wird.
Die wohnungspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Cindy Holmberg, begrüßte den Kompromiss. Die Mietpreisbremse falle nicht einfach weg, aber es gebe die Gebietskulisse auf den Prüfstand zu stellen. „Das werden wir tun“, kündigte sie an. Der parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Landtagsfraktion, Andreas Deuschle wittert in den Einwänden der Grünen Fraktion Wahlkampfmanöver und warf Spitzenkandidat Cem Özdemir vor, sich mit „parteipolitischen Klein-Klein“ einzumischen.
CDU spricht von Wahlkampf
Die Wirkung der Mietpreisbremse ist umstritten. Sie greift nur bei Neuvermietungen, dann darf die Miete nicht mehr als 10 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Ausgenommen sind Neubauten. Außerhalb der Gebietskulisse – und der Mietpreisbremse – liegt die Höchstgrenze für alle Wohnungen bei 20 Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete. Höhere Mieten werden über das Wirtschaftsstrafgesetz mit Bußgeldern geahndet.