Mietpreise in Stuttgart Haus und Grund ist gegen eine Preisbremse

Der Verein hält den Mietspiegel der Stadt für nicht aussagekräftig. Foto: dpa
Der Verein hält den Mietspiegel der Stadt für nicht aussagekräftig. Foto: dpa

Der Verein der Stuttgarter Haus- und Grundbesitzer kritisiert den Finanzbürgermeister Föll, der sich für eine Mietpreisbremse bei Neubauten in Großstädten ausgesprochen hat. Auch der Mietpreisspiegel der Stadt sei nicht seriös.

Lokales: Sybille Neth (sne)
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Stuttgart - Haus und Grund vertritt die Interessen von knapp 20 000 Immobilien- und Grundbesitzern in Stuttgart. Seit Samstag sind es noch etliche mehr, denn beim Tag der offenen Tür stapelten sich die Aufnahmeanträge. Denn auch beim Verein gab es ein Schnäppchen: Zur Feier des Tages sparten Neumitglieder die 41 Euro Aufnahmegebühr. Ein Angebot, das zahlreich genutzt wurde. „Bei jedem Tag der offenen Tür haben wir 50 Mitglieder geworben“, berichtet Geschäftsführer Ulrich Wecker. Dieses Mal waren es 70. Beim fünften Informationstag in der Geschäftsstelle in der Gerokstraße mit Fachvorträgen über Energiefragen, Mietverträge, Tipps zum Kauf einer Immobilie sowie deren Schutz zum Beispiel vor Schimmelpilzen, kamen so viele Besucher wie noch nie – nach Zählung Weckers waren es deutlich über 600. Dies könnte an der verbesserten Werbung gelegen haben, vielleicht aber auch daran, dass es Haus und Grund mit seiner Forderung nach einer Senkung der Grundbesitzerabgabe beim Bürgerhaushalt auf den zweiten Platz geschafft hat, mutmaßt Wecker.Er und der Vereinsvorsitzende Klaus Lang kritisieren heftig Finanzbürgermeister Michael Föll, der sich im Zusammenhang mit dem Jahresabschluss der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) für eine Mietpreisbremse bei Neubauten in  Großstädten ausgesprochen hat. „Die SWSG ist der wahre Preistreiber“, ärgert sich Wecker. Dass die Mieten bei Neubauten bis zu 50 Prozent über dem Mietspiegel lägen, sei eine völlig abwegige Zahl, kontert er. Den privaten Vermietern sei eine Mietpreisbeschränkung nicht zuzumuten. Die Rendite aus einer vermieteten Immobilie, deren Marktwert mit der allgemeinen Teuerungsrate steigt, sei eher rückläufig, rechnet er vor. „Der Mietpreis bei einem neuen Vertrag liegt grundsätzlich rund 20 Prozent über dem Mietspiegel“, erklärt Geschäftsführer Ulrich Wecker.

„Der Mietspiegel hinkt hinterher.“

Beim Mietspiegel handelt es sich um eine statistische Erhebung der Stadt, die zuletzt im Sommer 2012 bei Mietern und Vermietern gemacht wurde. „Es werden darin alte Mieten aufgenommen“, erklärt Wecker. „Der Mietpreisspiegel bildet damit nicht den aktuellen Marktpreis der Immobilien ab, sondern hinkt vier Jahre und mehr hinterher.“ Ganze zwei Gerichtsverfahren wegen Mietwuchers würden in Stuttgart aktuell laufen, in weiteren zehn Fällen werde ermittelt. Angesichts von 300 000 Mietwohnungen sehe er dies nicht als gravierendes Problem, betont der Geschäftsführer von Haus und Grund. Neben der Beratung in Rechts- und Steuerfragen sowie bei bautechnischen Problemen können die Mitglieder auch den Wert ihrer Immobilie beim Verein ermitteln oder ihr vermietetes Objekt schätzen lassen. Neu in der Angebotspalette für die Haus-und-Grund-Mitglieder ist der Haushüterdienst. Der kümmert sich um die Pflanzen, holt die Post aus dem Briefkasten und versorgt die Zierfische oder die Katze, solange die Bewohner in Urlaub oder auf Dienstreise sind. „Dieser Service wird sehr gut angenommen“, weiß Lang und betont, dass es sich dabei um absolut vertrauenswürdige Mitarbeiter handelt.




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