InterviewTorjäger der Stuttgarter Kickers Mijo Tunjic: „Wir können uns nur selbst stoppen“

Von Jürgen Frey 

Er hat Drittligaerfahrung, er war zweimal Regionalliga-Torschützenkönig – und jetzt kommt Torjäger Mijo Tunjic mit den Stuttgarter Kickers auch in der Oberliga immer besser ins Rollen. Im Interview sagt er, warum er fest an den Aufstieg glaubt und ihm seine Handverletzung immer noch Probleme bereitet.

Mijo Tunjic (li.) hat mit den Kickers derzeit viel Grund zum Jubeln – nachlassen kommt für den Torjäger aber nicht in Frage. Foto: Baumann
Mijo Tunjic (li.) hat mit den Kickers derzeit viel Grund zum Jubeln – nachlassen kommt für den Torjäger aber nicht in Frage. Foto: Baumann

Stuttgart - Sechs Siege, 18:1 Tore – die Stuttgarter Kickers sind in der Fußball-Oberliga blendend in Schuss. Die Erfolgsserie soll auch an diesem Samstag (15.30 Uhr) bei der TSG Backnang fortgesetzt werden. „Da haben wir noch eine Rechnung offen“, sagt Stürmer Mijo Tunjic (30).

Herr Tunjic, haben Sie Ihren freien Montag genießen können?

Ja klar, meine Kinder waren in der Schule und im Kindergarten. Ich konnte mich gut erholen.

Das Fußballspielen macht Ihnen in der Oberliga derzeit sicher viel Spaß?

Auf jeden Fall, aber völlig egal in welcher Liga: Wenn man Spiele gewinnt und Tore erzielt, macht es immer Spaß.

Seit Ihrer Verletzung am Handgelenk haben Sie in sechs Spielen sieben Tore erzielt. Die Manschette scheint Sie nicht zu behindern.

Die Torausbeute spricht eigentlich für sich. Doch ich trage im Spiel diese stabilisierende Schiene, weil ich schon noch Schmerzen habe. Ich kann zum Beispiel bis heute keine Liegestützen machen.

Worauf führen Sie es zurück, dass es derzeit so blendend läuft?

Wir haben allgemein eine ordentliche Spielkultur. Davon profitiere ich als Stürmer. Und manchmal ist es im Sport auch ganz einfach: Wenn es läuft, dann läuft es. Und wenn nicht, dann nicht. Das habe ich bei den Kickers in ganz besonderem Maße erlebt.

Die Serie stärkt das Selbstvertrauen.

Mit Sicherheit. Sechs Siege am Stück und 18:1 Tore hat kein Spieler von uns jemals erlebt.

Dicke Brocken wie der FSV 08 Bissingen, der FC 08 Villingen oder der SSV Reutlingen kommen aber erst noch auf die Blauen zu.

Das mag sein. Doch wir schauen auf uns. Und wir haben eine sehr gute Qualität. Wir können hinten die Null halten und vorne haben wir individuelle Qualität. Da kann jeder ein Spiel allein entscheiden.

Und es gibt Alternativen auf der Bank.

Auf jeden Fall. Egal, wer reinkommt, es gibt keinen Leistungsabfall.

Sie haben Drittligaerfahrung bei den Kickers, der SpVgg Unterhaching und RW Erfurt gesammelt und waren 2009/10 mit 19 Toren und 2015/16 mit 21 Treffern zweimal Regionalliga-Torschützenkönig. Ist es sehr viel leichter, in der Oberliga zu treffen?

Sehr viel leichter sicher nicht. Aber zum Teil gibt es leichte Unterschiede was die Gegenspieler betrifft. In der dritten und vierten Liga sind so ziemlich alle Innenverteidiger 1,90 Meter groß und 90 Kilo schwer. In der Oberliga sind nicht alle Abwehrspieler körperlich so fit, stabil und robust.

Am Samstag (15.30 Uhr) geht es zur TSG Backnang. Hält die Erfolgsserie?

Das will ich hoffen. Wir haben nach dem Aus im WFV-Pokal ja auch noch eine Rechnung offen.

Wer kann die Kickers auf dem Weg zurück in die Regionalliga stoppen?

Wir können uns nur selbst stoppen. Wenn wir überheblich werden sollten und denken, es geht von alleine. Doch wir werden jedes Spiel mit 100 Prozent Einstellung angehen. Denn nur wenn wir nicht nachlassen, werden wir am Ende auch direkt aufsteigen.