Stuttgart - Neidisch hat eine Stuttgarterin am Samstag zum Bad Berg geblickt, das vergleichsweise leer war, als sie vom Leuzebesuch nach Hause radelte. Denn im Leuze hatte sie fast eine halbe Stunde der wertvollen im Netz vorab gebuchten Badezeit mit Anstehen im Eingangsbereich verbracht. „Da ärgert man sich natürlich schon, denn es kostet 9,50 Euro, und die Badezeit ist begrenzt“, sagt die 49-Jährige aus Stuttgart-West. Die Wartezeiten gehe von der wertvollen Badezeit ab.
Da haben wohl mehrere Faktoren eine Rolle gespielt, hat der Sprecher der Stuttgarter Bäder, Jens Böhm, herausgefunden. Zunächst einmal sei am Wochenende nicht das beste Freibadwetter gewesen. Das habe das Leuze, das als einziges derzeit in Stuttgart geöffnetes Bad auch das Schwimmen in der überdachten Halle ermöglicht, besonders attraktiv gemacht. Hinzu kam, dass aufgrund der aktuell extrem niedrigen Inzidenzwerte seit Kurzem eine Zahl von 700 statt 350 Badegästen pro Zeitfenster zugelassen sind. Auch das mache sich natürlich bemerkbar, sagt Jens Böhm. Nur das frühe Zeitfenster sei wenig nachgefragt gewesen. Am Mittag wollten 699 Gäste ins Bad, am späten Nachmittag 683 Personen. Am Sonntag habe es ähnlich ausgesehen, sagt Böhm.
Auch an der Kasse kann man Eintrittskarten kaufen
Im Eingangsbereich teile sich die Schlange dann in zwei Gruppen: Wer vorab eine Eintrittskarte im Netz gebucht hat, muss diese abscannen lassen. Die andere Gruppe sind diejenigen, welche ad hoc an der Kasse ein Ticket kaufen wollen. Da diese Gäste zum Teil noch registriert werden müssen, könne es auch hier zu Wartezeiten kommen. Alle müssen zu Beginn eines neuen Zeitfensters warten, bis das Bad gereinigt und desinfiziert ist. Das findet immer statt, wenn Besucherwechsel ist: Alle Badenden müssen raus, dann wird gereinigt. „Deswegen ist zumindest am Beginn des Zeitfensters eine Schlangenbildung nicht vermeidbar“, erläutert Böhm. Wer nun traurig ist, von der wertvollen Badezeit etwas verpasst zu haben, für den hat Böhm einen kleinen Trost: Aktuell gelte für die vierstündigen Zeitfenster der Tarif, der sonst für zwei Stunden Badezeit im Leuze erhoben würde. „Das vergessen viele“, so der Sprecher.
Die Kontrollen am Einlass könne man nicht weglassen. „Wir müssen schon schauen, ob jeder das richtige Ticket hat oder ob ein Erwachsener im Netz ein Null-Euro-Ticket für Kinder geholt hat“, begründet das Böhm. Seine Kollegen hätten im Inselbad gestoppt, dass sie 400 Personen in 20 Minuten durch die Kasse schleusen können. „Das ist in den anderen Bädern ähnlich“, sagt Böhm.