Mini-Bibliothek im Paul-Fischer-Haus 1000 Kinderbücher sind das Ziel

Von Heike Armbruster 

Mit einer kleinen Bücherei im Paul-Fischer-Haus hat die Markusgemeinde ein Angebot für junge Erstleser geschaffen. Die Ausleihe ist für Kinder kostenlos.

Noch nimmt die Sitzecke in der kleinen Bibliothek mehr Raum als das Bücherregal ein. Das soll sich in den nächsten Wochen und Monaten ändern. Foto: Heinz Heiss
Noch nimmt die Sitzecke in der kleinen Bibliothek mehr Raum als das Bücherregal ein. Das soll sich in den nächsten Wochen und Monaten ändern. Foto: Heinz Heiss

S-Süd - Noch ist die Büchersammlung der wohl kleinsten Bibliothek in Stuttgart recht bescheiden. Zwischen 160 Kinderbüchern können Grundschüler im Paul-Fischer-Haus in der Zellerstraße wählen. Aus dem einen Bücherregal sollen bald mehr werden. Doch auch so ist Jutta Schöllhammer, Vorsitzende des Kirchengemeinderats der Markusgemeinde, sehr zufrieden mit der Umgestaltung der Hörbar, dem einstigen Jugendtreff im Paul-Fischer-Haus.

Im Februar dieses Jahres hatte Anja Puttkammer vom Kirchengemeinderat die Idee zu der ehrenamtlich geführten Bibliothek für Kinder. „Im Süden gibt es ja keine Stadtteilbibliothek“, begründet sie den Vorstoß, den Jutta Schöllhammer sogleich aufgriff. Die Finanzierung hat zunächst die Markusgemeinde übernommen. Diese hofft aber auf die Unterstützung des Bezirksbeirats für das Projekt, um die Kosten von 3100 Euro nicht allein tragen zu müssen.

Klassiker stehen neben modernen Kinderbüchern

Um eröffnen zu können, musste die Kinderbibliothek neu gestrichen werden. Möbel gab es bereits. Doch allein die Malerarbeiten kosteten 2600 Euro. Mit den übrigen 500 Euro kaufte Schöllhammer neue Bücher. „Kinder lesen heute anders als früher, deshalb haben wir Wert auf moderne Ausgaben gelegt“, sagt Schöllhammer. Die Klassiker wurden aber auch nicht vergessen. Michael Endes Momo steht ebenso im Regal wie Erich Kästners Werke.

Langfristig wünscht sich Jutta Schöllhammer, dass es einmal 1000 Bücher in der kleinen Bibliothek im Süden gibt, damit Kinder zwischen sieben und 13 Jahren die Ausleihe häufig und gerne nutzen. Deshalb hofft sich auch auf zusätzliche Buchspenden – möglichst in Absprache. „Mir schwebt vor, dass Kinder aus der Umgebung selbstständig dienstags hier herkommen und in Ruhe lesen können“, sagt Schöllhammer. Einmal im Monat soll es zudem eine Märchenstunde geben, zu der auch jüngere Kinder eingeladen sind. Zur Eröffnung am Dienstag übernahm es Erzähler Timo Brunke, den kleinen Zuhörern Geschichten über den Fuchs auf dem Turm und über die Nachteule vorzulesen.

Ehrenamtliche organisieren die Ausleihe

Die kleine Bibliothek hat – die Ferien ausgenommen – immer dienstags von 15.30 bis 18 Uhr geöffnet. Die ehrenamtliche Betreuung übernimmt Jutta Schöllhammer gemeinsam mit drei weiteren Frauen aus dem Süden. „Wir schauen in den nächsten Wochen, ob das Projekt von den Kindern angenommen wird“, sagt Schöllhammer. Die Initiatoren um Schöllhammer gehen davon aus, dass vor allem Grundschulkinder kommen, weil deren Eltern sie lieber ins Paul-Fischer-Haus schickten als zur neuen Zentralbücherei am Mailänder Platz oder zur nächst gelegenen Stadtteilbücherei in Stuttgart-West. Lohnen würde sich das für kleine Leseratten im Lehenviertel und an der Weinsteige auf jeden Fall. Sie haben den kürzesten Weg zum Paul-Fischer-Haus und sie dürfen – wie alle Kinder, die das Angebot wahrnehmen wollen – auch vorschlagen, welche neue Bücher gekauft werden. Ausgeliehen werden können diese dann für einen Euro Pfand.