Als Teil des Pakets zur Einsparung mehrerer Millionen Euro verzichtet die Stadt auf die weitere Unterstützung von Mini-Photovoltaikanlagen. Die Hilfe läuft zum Jahresende aus.

Bereits vor zweieinhalb Jahren war die Erkenntnis auch in Fellbach da: „Wir haben noch viel ungenutztes Potenzial auf Balkonen und Dächern.“ So formulierte es die Grünen-Stadträtin Beate Wörner im Juni 2023 bei einer Infoveranstaltung. Ihre Parteifreundin und Waiblinger Landtagsabgeordnete Swantje Sperling ergänzte: „Die kleinen Anlagen bieten große Möglichkeiten.“

 

Zu jener Zeit begann die Stadt Fellbach, die Mini-Photovoltaikanlagen zu fördern. Das entsprechende Programm in Höhe eines Gesamtbetrags von 25.000 Euro wurde vom Gemeinderat seinerzeit einstimmig gebilligt. „Priorität ist, Anreize zum aktiven Klimaschutz zu schaffen“, erklärte die Fellbacher Oberbürgermeisterin Gabriele Zull damals.

Fellbach bei den Balkonkraftwerken Schlusslicht?

Das Programm wirkte, wenn auch nicht ganz in dem erhofften Maße. „Trotz der erheblichen Beschleunigung stehen in Fellbach noch massenhaft Flächen für Solarenergie zur Verfügung“, erklärte die Stadt im Februar dieses Jahres in einer Mitteilung.

Auch Simone Lebherz von der Gemeinderatsfraktion Die Stadtmacher und hauptberuflich Klimamanagerin der Stadt Backnang, konstatierte, „dass Fellbach auch bei der Zahl der Balkonkraftwerke ganz hinten liegt“. Ohne zusätzliche Anstrengungen „werden wir in Fellbach weiterhin Schlusslicht bleiben“.

Ganz aktuell allerdings hat der Fellbacher Gemeinderat im Zuge des ersten Sparpakets der anvisierten Haushaltskonsolidierung beschlossen: Die Förderprogramme für Energiesparmaßnahmen sowie für steckerfertige Balkon-Photovoltaikanlagen werden nicht fortgeführt. Sie entfallen – und zwar bereits ab dem Jahr 2026.

Seit 2023 wurden rund 300 Anlagen bezuschusst

Seit Juni 2023 konnten in Fellbach rund 300 Anlagen mit jeweils 100 Euro bezuschusst werden. Inzwischen sind diese Anlagen deutlich günstiger geworden, und das Bewusstsein, dass auch kleine Photovoltaiksysteme einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz leisten, hat sich nach Einschätzung der Verwaltung „fest etabliert“.

Die Zielsetzung, mit dem städtischen Förderprogramm in Fellbach Anreize zur Schaffung von Balkonkraftwerken zu geben, sei somit erreicht. „Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung des entsprechenden Marktes ist eine weitere Stimulierung der Nachfrage von kommunaler Seite nicht mehr erforderlich.“ Die nun beschlossene Einstellung des Programms, so die Einschätzung der Stadt, „ist daher folgerichtig“. Einsparung laut Auflistung des Kämmereiamts: rund 65 000 Euro.