Minister Dobrindt in Weinstadt Nachhilfestunde für den Minister

Von  

Der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt besucht innovative Firmen aus der Region, die Elektrofahrzeuge herstellen und sich mit der Digitalisierung befassen. Eingeladen hatte der CDU-Bundestagsabgeordnete Joachim Pfeiffer.

Alexander Dobrindt bei seinem Besuch in Backnang Foto: Gottfried  Stoppel
Alexander Dobrindt bei seinem Besuch in Backnang Foto: Gottfried Stoppel

Weinstadt - Ein Elektro-Omnibus, der täglich im Linienverkehr im Ostalbkreis im Einsatz ist – der Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) staunt nicht schlecht. Das Fahrzeug, das sich auf den ersten Blick kaum von einem gewöhnlichen Linienbus unterscheidet, steht auf dem Hof eines Betriebs am Ortsrand von Weinstadt-Beutelsbach. Der E-Bus ist Teil einer kleinen Ausstellung, die der Waiblinger CDU-Bundestagabgeordnete Joachim Pfeiffer speziell für die Stippvisite des Ministers organisiert hat, sie trägt den Titel „Mechatronisches Cockpit für Verkehr und Infrastruktur“. Dobrindt ist schließlich zuständig für den Verkehr und die Infrastruktur im Land, und er will wissen: wie weit kann dieser Bus überhaupt fahren? Und wie viel Geld kostet er? Kürzlich bei einem Treffen mit mehreren Oberbürgermeistern, sagt der Minister, hätte diese Stadtchefs nämlich behauptet: es gebe solche alltagstauglichen E-Busse noch gar nicht zu kaufen.

Der E-Bus kommt 200 Kilometer weit

Dieser Bus mit Elektromotor komme 200 Kilometer weit, erläutert ein Vertreter des privaten Busunternehmens. Er koste knapp eine halbe Million Euro und sei vom Unternehmen ohne Zuschüsse erworben worden. Der Motor des Busses werde von der Aradex AG aus Lorch produziert. Die Batterien indes, die stammten „leider noch aus China“.

Pfeiffer hatte zu Beginn des kleinen Rundgangs durch die Ausstellung angekündigt: Alexander Dobrindt werde ein paar Mittelständler aus der Region kennenlernen, die äußerst innovative Produkte im Angebot hätten, Produkte, von denen der Minister womöglich noch nie gehört habe. Pfeiffer behält Recht, und Dobrindt bekommt ein klein bisschen Nachhilfeunterricht. Zudem bekommt er von den Unternehmern den ein oder anderen Wunsch mit auf den Rückweg. Kaum einer fordert direkte Zuschüsse, die meisten wünschen sich aber weniger Bürokratie. Gleich neben dem Bus parkt ein 7,5-Tonner, ein ehemaliger Verbrenner, der von der Firma Elektrofahrzeuge Stuttgart (Efa-S) mit einem Elektromotor nachgerüstet worden ist. „Wir haben bereits rund 200 solcher Fahrzeuge gebaut“, sagt ein Firmenvertreter. Das Bauunternehmen Leonhard Weiss demonstriert eine neue, kostengünstige Technik zur Verlegung von Datenkabeln in Abwasserrohren.

„Ganz begeistert von dem kleinen Digitalgipfel“

Dobrindt sagt, er sei „ganz begeistert von dem kleinen Digitalgipfel“ im Remstal. Er verspricht Milliardeninvestitionen und erklärt auf Nachfrage, dass die PKW-Maut vom kommenden Jahr an rund vier Milliarden Euro einbringen werde. Dobrindt sagt, er gehe davon aus, dass schon in wenigen Jahren Busse wie jener auf dem Hof autonom, also ohne Fahrer, gesteuert würden.

Der Verkehrsminister sagt, er wolle, dass in Deutschland Straßenbauprojekte künftig schneller realisiert werden können. Deshalb habe er ein Planungsbeschleunigungsgesetz in der Schublade. In der Vergangenheit sei viel zu wenig in die Infrastruktur investiert worden. Schließlich erklärt er mit Blick auf ein in der Region Stuttgart heftig umstrittenes Projekt: „Ich rate zum Bau des Nordostrings“ – jener Straße, die Waiblingen mit Kornwestheim (Landkreis Ludwigsburg) verbinden soll.