Minister Wolf will Tourismus öffnen Freizeitbranche soll durchstarten: erst draußen, dann drinnen

Von Arnold Rieger 

Tourismusminister Guido Wolf hat ein Stufenkonzept für die Wiederbelebung des Fremdenverkehrs vorgelegt. Er versteht das Papier als Diskussionsgrundlage. Wer seine Gäste draußen empfängt, ist im Vorteil.

Das soll bald ein Ende haben, meint Tourismusminister Guido Wolf Foto: Sven Hoppe/dpa/Sven Hoppe
Das soll bald ein Ende haben, meint Tourismusminister Guido Wolf Foto: Sven Hoppe/dpa/Sven Hoppe

Stuttgart - Mit einem dreistufigen Plan will Justiz-, Europa- und Tourismusminister Guido Wolf den Fremdenverkehr im Land wieder ankurbeln. Bereits ab 4. Mai könnten die Zoos, Freizeitparks und andere Freilufteinrichtungen öffnen, schlägt der CDU-Politiker in seinem Konzept vor, das er jetzt dem Staatsministerium als Diskussionsgrundlage für die Bund-Länder-Verhandlungen in der kommenden Woche übermittelt hat. In einer zweiten Stufe könnten dann Ferienwohnungen, Biergärten sowie Campingplätze für Wohnwagen und Wohnmobile öffnen. Auch Hotels, Gasthöfe und Museen sind – gegebenenfalls mit Auflagen – für diesen Schritt vorgesehen. Ganz zum Schluss will Wolf schließlich den Betrieb von Bädern sowie Reisebussen wieder genehmigt sehen.

„Auch für die Tourismusbranche gilt: Der Infektionsschutz wird auch in Zukunft hohe Priorität haben“, erklärte Wolf gegenüber unserer Zeitung. Dennoch finde er es wichtig, „intensiv über baldige erste Lockerungen“ zu diskutieren. Dazu diene sein Konzept, das er mit den maßgeblichen Verbänden der Branche abgesprochen habe. Mit seinen 390 000 Arbeitsplätzen könne der Tourismus auch nach der Krise wieder Zugpferd für die Wirtschaft im Land sein.

Maskenpflicht in Museen?

Sport und Bewegung an der frischen Luft sei möglich, solange Gruppenbildung vermieden und die Abstands- und Hygienemaßnahmen berücksichtigt werden können, heißt es in der Übersicht: „Demzufolge sollten alle Einrichtungen im Freien öffnen können, die für ihr Aktiv-, Individualsport- und Freizeitangebot ein geeignetes Schutz- und Hygienekonzept vorweisen können.“ Gemeint sind damit Zoos, Parks und Gärten. Spielflächen und andere Bereiche, bei denen die Einhaltung der Schutzbestimmungen nicht möglich sein, müssten jedoch gesperrt bleiben. Auch Freizeitparks sollen bereits in der ersten Stufe öffnen können – allerdings nur mit begrenzter Auslastung und mit Online-Tickets – was Wolf grundsätzlich empfiehlt.

Die Öffnung von Kultureinrichtungen hält Wolf zunächst nur im Außenbereich für sinnvoll, also etwa Freilichtbühnen oder Freilichtmuseen. Für Museen, Theater und Kinos besteht er auf eine Maskenpflicht, auch dürfe nur eine begrenzte Zahl von Besuchern eingelassen werden. Ferienwohnungen und -häuser, Hotels, Pensionen und Gasthöfe sieht Wolf nicht bei den Allerersten. Auch Campingplätze sollten erst in einer zweiten Stufe für Übernachtungen im Caravan, Reisemobil oder in der festen Mietunterkunft geöffnet werden: „Voraussetzung ist eine autarke Nutzung mit eigenen Wohn-, Koch- und Schlafmöglichkeiten“, heißt es in dem Vorschlagspapier.

Selbstbedienung: Hände weg!

Für die Gastronomie schlägt Wolf vor, dass sie schrittweise öffnen kann, sofern sie den Sicherheitsabstand gewährleistet – insbesondere bei einer Bewirtung im Freien. Buffets zur Selbstbedienung sollen untersagt sein, Clubs, Diskotheken und Bars, die den Sicherheitsabstand nicht einhalten können, sollen zunächst geschlossen bleiben. Bäder und Saunen aller Art „bereiten sich durch geeignete Vorkehrungen auf eine spätere Öffnung vor“, heißt es schließlich.

Unsere Empfehlung für Sie