Ministerialdirektorin im Kultusministerium muss gehen Amtschefin im Kultusministerium muss gehen

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Wechsel im Kultusministerium: Auf die umstrittene Pädagogin Margret Ruep folgt Jörg Schmidt, bisher Oberbürgermeister in Radolfzell. Der Jurist soll die Verwaltung optimieren.

Margret Ruep ist von Kultusminister Andreas Stoch in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Foto: StZ
Margret Ruep ist von Kultusminister Andreas Stoch in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden. Foto: StZ

Stuttgart - Das Kultusministerium teilt mit, dass die bisherige Ministerialdirektorin Dr. Margret Ruep am Mittwoch in den einstweiligen Ruhestand versetzt worden ist“. Knapper hätte die Nachricht über die Ablösung der Amtschefin im zentralen Ministerium der Landespolitik nicht ausfallen können. Der Kultusminister Andreas Stoch (SPD) dankt noch kurz für die erbrachte Tätigkeit, hält aber die Entscheidung für „unausweichlich“.

Verbrämt liefert der als pragmatisch geltende Minister auch den Grund für den Rauswurf an. „Ich habe nun die Erwartung, dass mit Jörg Schmidt an der Spitze der Verwaltung die anstehenden Bildungsreformen gut umgesetzt werden.“ Jörg Schmidt, der Oberbürgermeister von Radolfzell, wird zum 1. August neuer Ministerialdirektor im Kultusministerium.

Viele werden sich freuen, dass der Nachfolger Jurist ist

Der Neue ist ein Jurist, und darüber werden viele im Ministerium froh sein, und auch etliche derer, die mit dem Ministerium zu tun gehabt haben. Mit Juristen an der Amtsspitze habe man hervorragende Erfahrungen gemacht, erinnern sich viele aus dem Umfeld des Ministeriums. Margret Ruep, Realschullehrerin, promovierte Pädagogin, Präsidentin der Oberschulämter Tübingen und Stuttgart, Rektorin der Pädagogischen Hochschule Weingarten und seit Mai 2011 Amtschefin im Kultusministerium, hatte ihr Amt mehr als Bildungspolitikerin denn als Verwaltungsmanagerin verstanden.

Von Anfang an lief es unrund im SPD-geführten Kultusministerium. Da waren die gefühlten drei Minister. Der frühere Staatssekretär Frank Mentrup hatte sich ebenso für den fähigeren Minister gehalten wie Norbert Zeller, der die Stabsstelle Gemeinschaftsschulen leitet. Die tatsächliche Ministerin Gabriele Warminski-Leithäuser kosteten die Querelen das Amt. Dabei war es ein offenes Geheimnis, dass sie nicht die alleinige Ursache der Reibereien war. Wie ein Ufo schwebe die neue Amtsspitze über den Abteilungen und Referaten, hatte nicht nur der langjährige Abteilungsleiter Manfred Hahl in einem denkwürdigen internen Weihnachtsrundschreiben geklagt. Bis ins Mark misstrauisch sei die neue Amtsleitung, das mangelnde Vertrauen führe dazu, dass der Sachverstand der Mitarbeiter ungenutzt bleibe und dass Doppelstrukturen geschaffen wurden.