Ministerpräsident Winfried Kretschmann „Anti-Abschiebe-Industrie“ völlig unangemessen

Winfried Kretschmann: „Anti-Abschiebe-Industrie“ hält er für ein unangemessenes Wort. Foto: dpa
Winfried Kretschmann: „Anti-Abschiebe-Industrie“ hält er für ein unangemessenes Wort. Foto: dpa

„Anti-Abschiebe-Industrie“ – lautet das „Unwort des Jahres“ 2018. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann findet die Entscheidung gut. Und hat eine emotionale Begründung dafür.

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Stuttgart - Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hat die Wahl des Ausdrucks der „Anti-Abschiebe-Industrie“ zum „Unwort des Jahres“ 2018 begrüßt. „Finde ich gut“, sagte Kretschmann am Dienstag in Stuttgart. „Das sind einfach Formulierungen, die nicht gehen.“ Es gehe dabei immer um Menschenschicksale und darum, die Schicksale mitzudenken.

Dobrindt nutzte den Begriff

„Wir machen das auch, was wir machen müssen, ja nicht mit einem kalten Herzen“, sagte der Grünen-Politiker mit Blick auf Abschiebungen. „Sondern wir wissen, dass es im Einzelfall immer höchst bedrückend sein kann, was da geschieht, und darum sind solche Worte völlig unangemessen.“

Der CSU-Politiker Alexander Dobrindt hatte den Begriff in einem Interview im Mai 2018 genutzt. Der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag hatte Klagen gegen die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber als Sabotage des Rechtsstaats bezeichnet und von einer „Anti-Abschiebe-Industrie“ gesprochen.

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