Erste Banken gehen mit höheren Freibeträgen für Negativzinsen auf ihre Kunden zu. Doch die Inflation zehrt an den Bankguthaben, schreibt Barbara Schäder.

Korrespondenten: Barbara Schäder (bsa)

Als erste große Bank schafft ING Deutschland die Negativzinsen weitgehend ab. Nur Kunden mit über 500 000 Euro auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto sollen über den 1. Juli hinaus Strafzinsen berappen. Derzeit liegt der Freibetrag bei der Direktbank nur bei 50 000 Euro. Seine Anhebung lässt hoffen, dass andere Banken nachziehen. Immerhin bescheren ihnen die steigenden Kreditzinsen Vorteile, auch wenn sie derzeit selbst noch Minuszinsen an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlen.

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Ein Trugschluss wäre aber anzunehmen, das Anhäufen großer Geldbeträge auf Bankkonten brächte künftig keinerlei Nachteile mehr. Wegen der Inflation verlieren Bankguthaben nämlich an Kaufkraft – und zwar ungebremst, solange der Einlagenzins nahe null bleibt.

Für Inhaber großer Bankguthaben gibt es Alternativen

Zigtausende Euro auf dem Giro- oder Tagesgeldkonto zu parken, ist deshalb nur sinnvoll, wenn das Geld in naher Zukunft gebraucht wird. Wer ein paar Jahre Zeit hat, kann mit Festgeldkonten immerhin etwas mehr Zinsen herausholen.

Langfristig noch höhere Ertragschancen bietet der Kapitalmarkt. Zwar verlieren aktuell viele Aktien und auch Anleihen an Wert. Doch wer jetzt einen Teil seines Geldes zu niedrigen Kursen in eine Vielzahl verschiedener Papiere steckt – am einfachsten geht das mit ETFs und anderen offenen Investmentfonds – wird profitieren, wenn es wieder bergauf geht. Wann das sein wird, weiß natürlich niemand. Aber wer genug Reserven hat, um eine längere Durststrecke durchzustehen, wird am Ende für seine Geduld belohnt werden.

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