Missbrauch Jesuiten wollen Opfer entschädigen

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Eine unabhängige Kommission solle klären, wer Anspruch auf Geld hat. Es sollen weder Spenden verwendet noch Geld aus Projekten abgezogen werden, wie Kiechle erläuterte. Die Ordensmitglieder müssten sich dafür in ihrem Lebensstil einschränken. "Die Brüder sind zum Verzicht bereit." Sühne tue weh, "das muss sie auch".

Das finanzielle Angebot der Jesuiten an Missbrauchsopfer schwächt womöglich die Verhandlungsposition der Bischöfe beim Runden Tisch gegen Missbrauch und gegenüber Opferorganisationen. Der Orden handle jedoch nicht an der Bischofskonferenz vorbei, sagte Kiechle. "Aber wir sehen, dass wir Jesuiten jetzt ein Zeichen setzen müssen, damit es um der Opfer willen vorangeht." Im Januar war bekanntgeworden, dass Jesuiten an mehreren vom Orden getragenen Bildungseinrichtungen in den 1980er Jahren Schüler sexuell missbrauchten.

Bald soll ein Entwurf zum Thema Entschädigung vorliegen


Die Bischöfe sind zwar im Prinzip bereit, Opfer von sexueller Gewalt zu entschädigen. Wie dies geschehen soll, ist aber noch offen. "Die Deutsche Bischofskonferenz wird sich an der Klärung von Lösungsmodellen in Fragen der Entschädigung bei sexuellem Missbrauch beteiligen", sagte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Donnerstag. "Dazu diskutieren wir nicht nur am Runden Tisch, sondern werden dort auch an einer tragfähigen Lösung mitarbeiten." Zeitvorgaben und Inhalte gebe es noch nicht. Den Vorschlag der Jesuiten wollte Kopp nicht kommentieren.




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