Missbrauchsskandal Brüdergemeinde Korntal Kommentar: Das Erreichte befriedet nicht

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

Innerhalb nur eines Jahres hat sich die evangelische Brüdergemeinde Korntal eingelassen auf eine Aufarbeitung, die in ihrer Dimension bundesweit ihresgleichen sucht. Die Projektleiterin Mechthild Wolff kann zufrieden sein mit dem Erreichten. Für die Betroffenen selbst war das Jahr aber zu lang. Zu wenig ist von den Zugeständnissen sichtbar, die die Betroffenen und Wolff der Täterorganisation abgerungen haben. Da mag Wolff noch so sehr darauf verweisen, dass die Aufarbeitung nun erst richtig beginne. Die ehemaligen Heimkinder befriedet es auch nicht, dass die Aufarbeitung für die Pietisten und deren Diakonie eine extreme Herausforderung ist. Zum Vergleich: die Odenwaldschule wurde letztlich gar geschlossen.

Die Betroffenen wollen, dass das Ausmaß der Vorfälle benannt wird und sie für ihr Leid entschädigt werden. Doch sie müssen sich gegen die Brüdergemeinde behaupten, die vor allem durch Schweigen auffällt. Der Regensburger Anwalt Ulrich Weber könnte ihnen helfen – allein dadurch, dass er ihnen mit seiner Bekanntheit, die er durch die Domspatzen erlangt hat, zu einer neuen Öffentlichkeit verhilft.




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