Misthaufen in Möhringen Feldwege sind für alle da

Ein meterhoher Misthaufen versperrte vor wenigen Tagen so manchem Radfahrer und Fußgänger den Weg. Foto: Stefanie Käfferlein
Ein meterhoher Misthaufen versperrte vor wenigen Tagen so manchem Radfahrer und Fußgänger den Weg. Foto: Stefanie Käfferlein

Ein Landwirt hat neben den Feldern Festmist abgeladen. Er lagert es dort zwischen bis der nächste Frost kommt und bearbeitet dann seinen Acker. Festmist zwischenzulagern ist aber nicht verboten, er kann bis zu sechs Monate aufgehäuft liegen bleiben.

Möhringen - Mitten auf der Strecke zwischen der Sigmaringer Straße und dem Möhringer Waldheim war Endstation. „Ein riesiger Misthaufen lag auf dem Feldweg“, erzählt eine Leserin der Filder-Zeitung, die ihren Namen aber nicht in der Zeitung lesen möchte. Das war am Mittwochmorgen. „Ich bin mit dem Rad zur Arbeit gefahren“, berichtet sie. Weil es entlang der Epplestraße keinen Radweg gibt, weicht die Frau regelmäßig auf die Feldwege aus. „Wie viele andere Radfahrer und Jogger auch“, sagt sie. Schließlich musste die Frau von ihrem Drahtesel absteigen und durch den matschigen Acker waten, um ihre Tour fortsetzen zu können.

Einige Tage später ist der meterhohe Haufen noch immer da. Allerdings liegt er nicht mehr mitten auf dem asphaltierten Weg, sondern wurde daneben aufgehäuft. Der Landwirt, dem dort die Flächen gehören, bestätigt, dass der Dünger von ihm ist. In der Öffentlichkeit möchte er anonym bleiben, gibt aber bereitwillig Auskunft. „Der Misthaufen bleibt dort so lange liegen, bis der erste Frost kommt“, sagt er. Dann wird der Dünger auf dem Acker verteilt und in die Erde eingearbeitet. Eigentlich hatte der Bauer vor, den Mist sofort auf seinen Ackerflächen zu verteilen, allerdings „hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht“, so der Landwirt.

Mist darf bis zu sechs Monate zwischengelagert werden

Wenn der Boden bearbeitet ist, „braucht der er eine Winterruhe“, sagt der Bauer. Im Frühjahr würden die Nährstoffen entsprechend umgesetzt. Im April pflanzt der Landwirt auf seinen Feldern dann Mais und Kartoffeln.

Dass der Bauer nichts Verbotenes gemacht hat, bestätigt auch das Landwirtschaftsamt Ludwigsburg, das für die Stadt Stuttgart zuständig ist. Demnach darf Festmist in der Regel für eine Dauer von bis zu sechs Monaten auf dem Feld zwischengelagert werden. „Danach muss er ausgebracht werden“, sagt eine Mitarbeiterin des Landwirtschaftsamts. Dennoch gilt es so manches zu berücksichtigen. „Der Lagerplatz muss jährlich wechseln“, sagt die Mitarbeiterin. Zudem darf, wenn es regnet, das „gefärbte Niederschlagswasser nirgendwo ablaufen“, heißt es weiter. Die Zwischenlagerung am Feldrand ersetzt auch nicht die eigentliche Lagerung. „Das passiert auf den Höfen“, so die Mitarbeiterin. In Wasserschutzgebieten sei es ganz untersagt.

Grundsätzlich gibt die Mitarbeiterin aus Ludwigsburg eines zu bedenken: Die Feldwege sind sowohl für die Landwirte als auch für die Bürger da.

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