Trauer und Bestürzung in der Katholischen Doppelkirchengemeinde Dagersheim/Darmsheim sind groß: Pastoralreferent Hans-Joachim Remmert ist am Montag einer lange währenden Krebserkrankung erlegen. Er hinterlässt Ehefrau Silke und drei Kinder – Hannes, Nele und Meike. Eine Familie, auf die er stolz war, die ihm Kraft gegeben hat im Kampf mit seiner Krankheit, die dreimal ausgebrochen ist. Sein Tod, gerade 61 geworden, wird ihm und seinen Angehörigen eine Erlösung sein.
Erst wollte er Journalist werden, Pater „Sigi“ gewann ihn für die Theologie
Remmert, für viele einfach der „Hajo“, stammt aus Bochum; weil sein Vater im Raum Böblingen/Sindelfingen Arbeit fand, verschlug es ihn hierher. Am Stiftsgymnasium hat er sein Abi gemacht, dann seinen Zivildienst. Der sollte eine Wegweisung bedeuten. Er, der Journalist werden wollte, kam als Zivi mit dem 2020 verstorbenen Pater Urs Siegrist an der Auferstehungskirche zusammen. „Sigi“ gewann Remmert für die Theologie, sodass der junge Mann in Tübingen studierte, in Spaichingen seine Ausbildung zum Pastoralassistenten absolvierte.
Die Verbindung zu Pater Siegrist riss nie ab, sie intensivierte sich – sie blieben zeitlebens engste Freunde. 21 Jahre lang hat Hajo Remmert als Pastoralreferent in der Katholischen Kirchengemeinde Dagersheim/Darmsheim gewirkt, unzählige Gottesdienste gehalten, junge Menschen gefirmt, Religionsunterricht an Schulen gegeben. Bildung war für diesen fröhlich-gläubigen Christen und Genussmenschen ein Quell der Lebensbereicherung. Eine Promotion blieb ihm nur verwehrt, weil sein Doktorvater heiratete und dadurch seine Professur verlor. So belesen er war – Buchautor Remmert hätte nie damit geprahlt. Er begegnete Menschen grundsätzlich auf Augenhöhe mit festem Augenblick und Händedruck und Verständnis für die Sorgen und Nöte der Kirchengemeindemitglieder.
Im Wortsinne ein „Schaffer vorm Herrn“
Als er vor sieben Jahren beruflich ins Dekanat Calw wechselte, blieb er Darmsheim treu, half bei Gottesdiensten aus, fand die richtigen Worte bei Beerdigungen, schrieb „Worte zum Sonntag“. Einen „Schaffer vorm Herrn“ muss man ihn im Wortsinne nennen. Nun hat Remmerts Herz aufgehört zu schlagen. Er ist friedlich gegangen. Die Trauergemeinde ist groß. Zur Trauerfeier in der St.-Stephanus-Kirche mit anschließender Beisetzung auf dem neuen Friedhof in Darmsheim am Dienstag, 7. Juni, um 10.30 Uhr werden 400 Menschen erwartet.