Mit dem Bus durch Stuttgart Laternchen, La Concha und Co. – Auf Kneipentour mit dem 44er
Wer mit dem Bus der Linien 44 durch Stuttgarter fährt, kommt an einigen Kneipen vorbei, die längst Kult geworden sind. Wir stellen einige davon vor.
Wer mit dem Bus der Linien 44 durch Stuttgarter fährt, kommt an einigen Kneipen vorbei, die längst Kult geworden sind. Wir stellen einige davon vor.
In die eine geht man erst um 5 Uhr morgens, in der anderen gibt es Hofbräu aus der Säule, und in der nächsten bekommen Studierende die Maß für vergleichsweise wenig Geld: Stuttgart hat in Sachen Kneipen so einiges zu bieten. Und weil es bei so viel Auswahl mutmaßlich nicht bei einem Bier bleibt, lässt man das Auto lieber stehen.
Wer für seine Kneipentour die Buslinie 44 nutzt, die zwischen Westbahnhof und Killesberg hin und her fährt, hat entlang der Route so einige Optionen. Eine Auswahl haben wir hier zusammengestellt, die Spiele des VfB Stuttgart werden im Großteil davon übertragen.
Wer am Westbahnhof einsteigt, muss für den ersten Stopp nicht lange sitzenbleiben: Zwischen den Haltestellen Leipziger Platz und Seyfferstraße liegt direkt an der Rotenwaldstraße der Palmenhof. Ob frisch gezapft oder lieber aus der Flasche – getrunken werden kann gemütlich auf der Eckbank oder halb stehend an der Theke. Wer vor der großen Kneipentour eine gute Grundlage schaffen will, ist hier übrigens auch richtig. Auf der Karte stehen griechische Gerichte.
Nur etwa vier Gehminuten entfernt bietet das Max & Moritz die nächste Einkehrmöglichkeit. Einst gab es in Stuttgart mal fünf Sportsbars mit diesem Namen, die allesamt Kultstatus genossen. Doch bis auf zwei – das besagte Max & Moritz 5 in der Seyfferstraße und das Max & Moritz 1 in der Ostendstraße im Stuttgarter Osten – mussten alle schließen. „Es war insgesamt einfach zu viel“, sagt Georgios Charamis, Max & Moritz-Mitarbeiter und mit der Inhaberin liiert, im Sommer 2022.
Lust auf Pubquiz, Guinness und Livemusik? Dann ab ins O’Reilly’s Irish Pub. Wer an der Haltestelle Schwabstraße aussteigt, erreicht bereits nach einer Minute sein Ziel. Unterhalten wird sich hier hauptsächlich auf Englisch, auf den Bildschirmen laufen neben Fußball- auch Rugbyspiele.
Einmal kurz raus, Luft schnappen, die Straße überqueren und rein in die nächste Kneipe. Auch das Laternchen gehört zu den Spots im Stuttgarter Westen, die längst Kult geworden sind. Bier gibts hier aus dem Glas oder der Säule zum Selberzapfen. Wer will, kann sich auch jedes andere Getränk in das drei Liter große Gefäß füllen lassen. Um das nächste „Laternchen“ (Wodka Lemon) kann bei einer Runde Darts oder Tischkicker gespielt werden.
Nur eine Parallelstraße weiter gibt es im Wirtshaus Troll eine Maß zum Studentenpreis. Außerdem: einen kleinen Biergarten, jeden Donnerstag einen Quiz-Abend und täglich wechselnde Specials, wie Gulaschsuppe für umme oder XXL-Schnitzel.
Direkt an der Haltestelle Senefelderstraße punktet das Seekneiple nicht mit edlem Interieur, preisgekrönter Küche oder der besten Weinkarte. Aber die unaufgeregte Herzlichkeit, die man in der kleinen Gaststätte neben dem Theater der Altstadt erlebt, ist einzigartig.
Keine 200 Meter weiter kann man im Sportcafé Carambolage nicht nur Sport schauen, sondern auch selbst sportlich aktiv werden. Zur Auswahl stehen Billard, Darts und Kicker. Für besonders Motivierte gibt es in dem Lokal am Feuersee jeden Dienstag eine Billardflatrate für 18 Euro. Jeden Mittwoch ist Darts für 15 Euro angesagt.
Wer Zum Dortmunder, 500 Meter weiter, geht, der geht zu Anja Zöller und Manfred Schuster. Das Paar führt die Eckkneipe gemeinsam. Ihr Revier ist der Gastraum zwischen Zapfhahn und Tischen, seines die Küche, in der er brät, brutzelt und frittiert. Auf den Bildschirmen kann man nicht nur den VfB Stuttgart, sondern auch den BVB kicken sehen. Die Auswahl an Dortmunder Bieren ist in Stuttgart einmalig und die Currywurst gibt es mit hausgemachter Soße.
Geht man die Ludwigsstraße entlang Richtung Westen, landet man mit großer Wahrscheinlichkeit im Fischlabor. Fisch gibts hier übrigens nicht. Der Name gefiel den Machern einfach. Die Gäste erwartet einer der schönsten Hinterhof-Biergärten Stuttgarts, Burger und Pommes, eine üppige Bierauswahl und reichlich Brett- und Kartenspiele.
Wer am Österreichischen Platz (Position 2) aussteigt und zum Wilhelmsplatz geht, sieht an warmen Tagen vor allem eines: viele Menschen. Und verantwortlich dafür ist mitunter das Multi-Kulti-Urgestein La Concha, das vor allem bei jungen Gästen beliebt ist. Wer keinen Platz bekommt, hat in der direkten Nachbarschaft einige andere Möglichkeiten zum Einkehren: Süßholz, Il Pomodoro, Einstein – um nur eine Auswahl zu nennen.
Eiskalter Cider und heiße Kämpfe am Kicker-Tisch im Keller – das gibt es im Immer Beer Herzen keine 100 Meter vom La Concha entfernt. Für manch einen ist es die beste Bar im Bermudadreieck zwischen Henkersplatz, Cityring und Rotlichtviertel.
Rund um den Hans im Glückbrunnen finden sich gleich mehre Kultkneipen in unmittelbarer Nachbarschaft. Das Mata Hari, das jüngst sein 20-jähriges Jubiläum feierte und wegen der mit Stickern beklebten Türen und Fensterrahmen, der gestreiften Tapete und der zusammengewürfelten Einrichtung ein wahrer Hingucker ist, ist nicht nur bei Studenten beliebt. Jung und Alt feiern hier zusammen, viele Stammgäste kommen laut Inhaber Senol Maier schon seit Jahren. Wer dort ist, sollte in jedem Fall den Mexikaner probieren. Manche munkeln, er sei der beste im ganzen Kessel.
Keine 50 Meter entfern, direkt am Brunnen, findet sich im Platzhirsch ein Mix aus uriger Kneipe, chilliger Bar und Wirtshaus mit einer Auswahl an hausgemachten Gerichten. Gegessen und getrunken werden kann auf zwei Stockwerken, an warmen Tagen gibt es weitere Plätze im Außenbereich.
Und dann ist da noch das Café Weiß. An der Fassade steht zwar „Erstes Kulmbacher“, doch im Erdgeschoss befindet sich seit mehr als 60 Jahren die Kultkneipe, die für eine lange Zeit als „Schutzraum für die Schwulenszene“ galt, und in der sich über all die Jahre viel Prominenz aus der Kultur getroffen hat. Doch wie es mit der Institution weitergeht, ist unklar. Bernhard Weiß, Besitzer in der dritten Generation des Hauses, muss sich von dem Lebenswerk seines Vaters und Großvaters aus „gesundheitlichen Gründen“ verabschieden.
Zurück Richtung Hauptstätter Straße passiert man die Absackerkneipe schlechthin. Das Oblomow besucht man am besten zwischen 5 und 6 Uhr am Wochenende. Wenn fast alles dichtmacht, stolpern die, die nicht nach Hause wollen, an der Torstraße über die Schwelle.
Lust auf Currywurst? All jene, die diese Frage mit „ja“ beantworten, haben Glück, dass der Brunnenwirt nur einen Katzensprung entfernt ist. Die beste Currywurst Stuttgarts, munkelt man, soll es in dem Kult-Imbiss im Rotlichtviertel geben.
Frisch gestärkt kann es weitergehen Richtung Jakob-Stube, wo Heinrich-Hermann Huth Bier ausschenkt und sich um Tages- und Nachtgestalten kümmert. Huth ist seit 2001 der Wirt in der Jakob-Stube, insgesamt gibt es die kleine Kneipe schon seit knapp dreißig Jahren. Fast genauso lange wird sie als Schwulenlokal geführt. Doch kommen kann jeder: jung wie alt, männlich wie weiblich wie divers, Ur-Stuttgarter wie Nei’gschmeckte, Partytiere wie Feierabendbiertrinker.
Nur ein paar Häuser weiter feierte die legendäre Uhu-Bar jüngst ihr Comeback. Nach mehr als zwei Jahren Schließung übernahm ein junges Team die Institution. Einiges ist zwar neu, Tische und Stühle etwa, und viele Bilder des früheren Pächters Oskar Müller hat das neue Team abgehängt. Doch der Name ist geblieben, ebenso wie das rote und heimelige Ambiente im Inneren, das große Kunstwerk in der Mitte des Raumes, der Uhu am Fenster und eine Discokugel, die sich an der Decke dreht.
Und dann gibt es da noch das Wikinger. An Stuttgarts kompliziertester Stadtbahnhaltestelle, an der sich sämtliche Linien kreuzen, die durch die Stadt fahren, kommt die Bierstube ganz ohne Tageslicht aus. Auch einen liebevoll gestalteten „Biergarten“ gibt es, der die Gäste dank Blumenkübel und Planzendeko zwar vom Trubel abschirmt, gleichzeitig aber die Möglichkeit bietet, das bunte Treiben zu beobachten.
Sie vermissen eine Kneipe auf der Route des 44er? Dann melden Sie sich gerne bei uns!