Mit dem E-Roller durch die City Außen retro, innen elektro

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Luigi Zullo will mehr italienisches Lebensgefühl auf Stuttgarts Straßen bringen: Mit drei Freunden hat er ein Unternehmen gegründet, das unter anderem Roller im Retrolook mit Elektroantrieb verkauft.

Italienisches Lebensgefühl in Stuttgart: Luigi Zullo mit  E-Roller Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Italienisches Lebensgefühl in Stuttgart: Luigi Zullo mit E-Roller Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Typisch Italiener. Luigi Zullo trägt Einstecktuch, gestikuliert beim Reden und hat eine Schwäche für Motorroller. „Ein Onkel ist Arzt, der andere Anwalt und beide fahren mit ihrer Vespa zur Arbeit. Da braucht man keine große Limousine um zu zeigen, dass man wichtig ist“, sagt Luigi Zullo über Süditalien.

Als der Stuttgarter während seines Wirtschaftsstudium 2007 in China und Indonesien war, hat sich die Liebe zu Rollern mit dem Interesse für den Elektroantrieb verbunden. „Schon damals sind dort so viele Menschen mit Elektro-Rollern gefahren", sagt Luigi Zullo. „Wir haben uns dort welche geliehen und sind über die Reisfelder gedüst.“

Nun will Luigi Zullo E-Roller auf die Straßen Stuttgarts bringen. Vor drei Monaten hat er mit drei Freunden das Unternehmen Emobilityhouse gegründet, zuvor hat er bei dem großen Elektroautohersteller Tesla gearbeitet. Nun vertreibt er mit Emobilityhouse Roller der Marke Emco, E-Tanksäulen von Heldele, E-Autos von Mitsubishi und berät Privatpersonen, Firmen und Kommunen unabhängig von Herstellern, was es für Förderungsprogramme im Bereich der E-Mobilität gibt.

„Wir wollen den Mainstream ansprechen“

Damit liegen die vier am Puls der Zeit. Immer mehr Radler fahren mit Pedelecs, Car2go ist beliebt und vor kurzem hat sogar Aldi Süd den Markt für sich entdeckt: Der Discounter hat in Freiberg seine erste Sonnentankstelle für elektrobetriebene Fahrzeuge eröffnet (die StZ berichtete). Bis Ende Juni soll es 13 weitere Stromzapfsäulen in der Region Stuttgart geben.

„Wir wollen den Mainstream ansprechen“, sagt Luigi Zullo. „Bisher waren es entweder Reiche, die sich ein Fahrzeug mit E-Antrieb als Spielzeug geleistet haben oder Freaks, die im Keller Batterien löten.“ Mit ihrem Slogan „It’s Electric baby“ wollen die Unternehmer auch Gleichaltrige in der Altersgruppe um die dreißig Jahre ansprechen. „Dank Car 2 go sind da zum Glück schon viele elektrisiert.“

Ein Akku reicht für 50 Kilometer

Sehr erfolgreich war Luigi Zullo mit dem Zwischenspiel im Fluxus. In der Calwer Passage war Emobilityhouse für fünf Wochen mit einem Showroom vertreten: Besonders das Retromodell in mintgrün, das genau die gleiche Karosserieform einer Vespa aus den 60ern hat, kam gut an. „Der 50er Roller kostet 3000 Euro, der Akku reicht für fünfzig Kilometer und man kann immer einen zweiten Akku mitnehmen“, sagt Luigi Zullo. Derzeit hat das kleine Unternehmen zwei Anlaufstellen: im Autohaus Gratzke in Wangen und in der Kriegsbergstraße 28 beim Hauptbahnhof, wo in zwei Wochen ein neuer Showroom für die Roller eröffnet werden soll.

Sehr interessiert an den Rollern sei auch Anders „Bär“ Läsker, der Manager der Fantastischen Vier. „Und auch die Stadt Stuttgart unterstützt uns und lädt uns zu vielen Mobilitätsveranstaltungen ein“, sagt Luigi Zullo.

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