Mit Ortschefs von Aidlingen und Grafenau Landrat bietet Gespräch zu „schlechtester Straße im Kreis“ an
Die Kreisstraße 1063 zwischen Aidlingen und Grafenau bleibt für beide Gemeinden ein Ärgernis. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen.
Die Kreisstraße 1063 zwischen Aidlingen und Grafenau bleibt für beide Gemeinden ein Ärgernis. Jetzt könnte Bewegung in die Sache kommen.
Feste soll man bekanntlich feiern, wie sie fallen – und Gelegenheiten soll man beim Schopfe packen. Wenn der sprichwörtliche Schopf Landrat Roland Bernhard gehört, packt man auch gerne mal von mehr als einer Seite zu.
In diesem Fall waren das Aidlingens stellvertretender Bürgermeister und CDU-Gemeinderat Thomas Rott sowie Grafenaus Bürgermeister Martin Thüringer. Am Rande der Verabschiedung von Aidlingens Bürgermeister Ekkehard Fauth in der vergangenen Woche hatten beide in ihren jeweiligen Festreden einen kleinen Seitenhieb in Richtung des Kreischefs gesetzt. Grund ist die Kreisstraße 1063, die beide Gemeinden miteinander verbindet – und auf beiden Seiten drängt man seit vier Jahrzehnten auf einen sinnvollen Ausbau der Gefahrenstrecke mit engen und schwer einsehbaren Passagen und meist nur notdürftig geflicktem Belag.
„Man sollte ein Schild hinmachen“, schlug Bürgermeister Thüringer vor, die Strecke für alle sichtbar als „schlechteste Straße im ganzen Kreis Böblingen“ auszuzeichnen. „Aber immerhin haben wir jetzt einen wunderschön ausgebauten Radweg“, setzte er eine weitere Spitze, weil seit Frühjahr 2023 parallel zur Kreisstraße zumindest Zweiradfahrer auf neuem Asphalt recht komfortabel unterwegs sind.
Landrat Roland Bernhard nahm das Gespöttel mit Humor und bemerkte bei Fauths Verabschiedung, dass es ja trotz maroder Kreisstraße doch sehr viele Menschen in die Aidlinger Sonnenberghalle geschafft hätten. Zugleich verwies er auf die komplizierte Gemengelage aus berechtigten Bedenken wegen der Verkehrssicherheit auf der einen und in EU-Recht verankerten Natur- und Artenschutzauflagen auf der anderen Seite.
Dann ließ er aber mit einer Ankündigung aufhorchen: Er wolle, so der Landrat, Thüringer und Fauths Nachfolgerin Helena Österle bald zu einem gemeinsamen Gespräch über die K 1063 ins Landratsamt einladen. Bei der Amtseinsetzung von Aidlingens neuer Bürgermeisterin am Montagabend in Dachtel, wo er ebenso wie Thüringer und Rott wieder als Festredner vor Ort war, erneuerte Roland Bernhard sein Gesprächsangebot an die beiden Gemeindeoberhäupter.
Auf dem Landratsamt wusste man zu Beginn der Woche zwar zunächst noch nichts von einem offiziellen Gesprächstermin – aber sowohl bei der Bürgermeisterverabschiedung als auch bei der Amtseinsetzung gab es ja genügend Ohrenzeugen.