Auch in der Landesverwaltung von Baden-Württemberg kommt nun ein generatives KI-Sprachmodell zum Einsatz (Symbolbild). Foto: /aal.photo/Piero Nigro
In Baden-Württemberg können die Mitarbeiter der Landesverwaltung seit Kurzem einen Text-KI-Assistenten der Firma Aleph Alpha nutzen. Wobei die künstliche Intelligenz helfen soll – und wo die Unterschiede zu ChatGPT liegen.
Text-Programme mit künstlicher Intelligenz (KI) sind seit dem Start von ChatGPT im Herbst in aller Munde. Dass die Landesverwaltung in Baden-Württemberg ebenfalls einen KI-Assistenten einsetzt, passt also ins Bild: Seit wenigen Tagen können alle Landesbediensteten auf die Unterstützung von „F13“ zurückgreifen. Nun hat die Landesregierung Details dazu genannt, wie die KI funktioniert. Entwickelt wird sie vom Heidelberger Start-up Aleph Alpha – und das schon seit dem Frühjahr 2022, Monate vor dem öffentlichen Aufruhr um ChatGPT.
Nutzende können beispielsweise einen längeren Text hochladen, den die KI zusammenfasst, auf Wunsch unterschiedlich stark komprimiert. Kabinettsvorlagen lassen sich so in Aktenvermerke überführen. Noch weiter geht die „Rechercheassistenz“: Hier beantwortet „F13“ entweder Fragen zu einem hochgeladenen Dokument oder bedient sich an einer Wissensdatenbank – die Landesregierung nennt als Beispiel die Frage „Welche Maßnahmen ergreift die Landesregierung zur Förderung des Fahrradverkehrs?“. Das Wissen umfasst dabei unter anderem Landtagsdokumente, Pressemitteilungen der Landesregierung und den Koalitionsvertrag. „F13“ kann nur Dokumente verarbeiten, die bereits vollständig digital vorliegen.
Was die KI formuliert, muss hinterfragt werden
Die KI soll zeitintensive Aufgaben beschleunigen, wie Staatsminister Florian Stegmann erklärt, „und damit mehr Kapazitäten für die konzeptionelle und strategische Arbeit schaffen.“ Das Modell hinter „F13“ funktioniert zwar ähnlich wie andere Sprach-KI, doch auf längere Dialoge verzichtet man bewusst, sagt Hans-Jörg Schäuble, Vizepräsident von Aleph Alpha: „Ein Chatbot ist für manche Anwendungen gar nicht notwendig, und auch nicht immer sinnvoll, wenn es auf eine Frage nicht nur eine eindeutige Antwort gibt.“
Die Landesregierung gibt auf ihrer Homepage einen ersten Einblick in die Oberfläche von „F13“. Foto: Screenshot Staatsministerium Baden-Württemberg
Stattdessen betonen sowohl Schäuble als auch die Landesregierung, dass „F13“ stets Belege mitliefert – und dass alle Ausgaben der KI geprüft werden müssen. Denn wie andere Sprach-KI kann es passieren, dass „F13“ inhaltlich falsche Aussagen „halluziniert“. Die Arbeit mit transparenten Quellenangaben ist einer der Schwerpunkte von Aleph Alphas Entwicklung. „Die Assistenz soll entlasten. Das heißt aber nicht, dass sich – genauso wie bei einer Google-Suche - jeder Aufwand und das kritische Hinterfragen erübrigt“, betont Jan Seifert, Leiter des Innovationslabors im Staatsministerium, das die Kooperation betreut.
Während des Testbetriebs sammelt das Land Feedback, wo sich „F13“ in der Praxis bewährt und wo nicht. Schäuble will damit nicht nur technische Fähigkeiten demonstrieren: „Es geht auch darum, die Akzeptanz der Mitarbeiter zu finden, nur dann kommt etwas heraus, das wirklich nutzbar ist.“