Mit Töchtern nach Syrien gereist Islamistin aus dem Allgäu verteidigt Reise

Einer Frau aus Immenstadt, die erst 2012 zum Islam konvertiert war, wird vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.  Foto: dpa
Einer Frau aus Immenstadt, die erst 2012 zum Islam konvertiert war, wird vorgeworfen, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Foto: dpa

Eine junge Frau aus dem Allgäu reist 2014 mit ihren beiden kleinen Töchtern ins Bürgerkriegsland Syrien. Nun steht sie in München vor Gericht - und liefert eine bemerkenswerte Erklärung.

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München - Eine junge Islamistin und Mutter zweier Kinder hat vor dem Münchner Landgericht den Vorwurf zurückgewiesen, sie habe sich aktiv am syrischen Bürgerkrieg beteiligen wollen. Zum Auftakt ihres Prozesses verteidigte sie ihre Reise in das umkämpfte Land, bei der sie vergangenes Jahr ihre beiden kleinen Töchter mitnahm, als humanitäres Engagement. Sie habe helfen wollen und habe sich durch ihren Glauben sogar dazu „gezwungen“ gefühlt, sagte die 30-Jährige aus dem Allgäu am Mittwoch vor der Staatsschutzkammer.

Sie räumte aber ein, im Besitz von Waffen gewesen zu sein. Diese habe sie jedoch nur zu ihrem eigenen Schutz gehabt. Sie habe niemanden vorsätzlich töten wollen. „Ich wollte mich nicht verteidigen müssen.“

Die Anklage wirft der Frau aus Immenstadt, die erst 2012 zum Islam konvertiert war, die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vor. Sie sei in Syrien Zweitfrau eines Terroristen geworden, der sich der Al-Nusra-Front angeschlossen habe, dem syrischen Ableger von Al-Kaida. Die Frau sei bereit gewesen, Waffen gegen Soldaten der syrischen Armee einzusetzen, um diese zu töten. Die Frau muss sich auch wegen Entziehung Minderjähriger verantworten, weil sie die Kinder ohne Wissen des getrennt lebenden Vaters mitnahm.

Die Frau, die schwarz gekleidet und mit einem dunkel-türkisen Kopftuch vor Gericht erschien, gab an, sie habe in Syrien lediglich beim Verteilen von Hilfsgütern an die Bevölkerung geholfen. Auch ihr Zweitmann - laut Anklage ein selbsternannter „Gotteskrieger“ - habe in diesen Monaten nicht an Kämpfen teilgenommen. „Ich wollte einfach den Menschen helfen. Mir ging es einfach nur um die Menschen.“

Zudem gab die Frau an, sie habe ihre damals drei und sieben Jahre alten Kinder nicht in Gefahr gebracht. Die Front sei in ausreichender Entfernung gewesen, und man sei immer wieder umgezogen, um auf Nummer sicher zu gehen. „Für uns bestand keine akute Gefahr.“ Als es zu gefährlich geworden sei, habe sie sich zur Rückkehr entschlossen.

Die Allgäuerin wurde im Mai 2014 am Frankfurter Flughafen festgenommen. Ihr drohen nun bis zu zehn Jahre Haft. Es wurde zunächst nur ein weiterer Verhandlungstag angesetzt: an diesem Donnerstag. Weitere Termine waren zunächst nicht vorgesehen.




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