Das Ergebnis in der entscheidenden Frage ist am Ende klar gewesen. Dietmar Allgaier hat sich mit überwältigender Mehrheit bei der Präsidentenwahl des VfB Stuttgart durchgesetzt. Hier stimmten 1487 Mitglieder über jeden Kandidaten einzeln ab – wobei es möglich war, auch für mehrere Bewerber gleichzeitig mit Ja zu votieren. Allgaier erhielt mit Abstand die meisten Ja-Stimmen (1315) und distanzierte Pierre-Enric Steiger (244) und Jochen Haas (162) deutlich. „Ich freue mich natürlich riesig, habe mit diesem eindeutigen Resultat aber nicht gerechnet“, sagte Allgaier nach der Mitgliederversammlung des Fußball-Bundesligisten.
Zuvor hatten sich die drei Präsidentschaftskandidaten in der Schleyerhalle präsentiert – in siebenminütigen Reden vor 1500 Vereinsmitgliedern zur Nachmittagszeit. Allgaier führte seine zentralen Punkte aus. In gewohnter Ruhe, aber durchaus mit der nötigen Portion an Leidenschaft. „Das Leben zeigt einem manchmal neue Wege auf“, sagte der Ludwigsburger Landrat, der ursprünglich aus Zeitgründen nur Interimspräsident sein wollte. Im vergangenen Herbst kam die Kehrtwende. Nun ist der Kommunalpolitiker aus Kornwestheim die Dauerlösung für die nächsten fünf Jahre. So lange geht diesmal die Amtsperiode. Danach sind es satzungsgemäß wieder vier Jahre.
Allgaier will seine bisherige Arbeit fortsetzen und ausbauen, mit der Unterstützung von Andreas Grupp und Stefan Jung. Sie wurden in das Präsidium gewählt und vervollständigen das Vereinsgremium. Allgaier und Grupp hatten bereits in den vergangenen Monaten zusammengearbeitet und verstehen sich als Team. Jung kommt als vereinspolitisch unbeschriebenes Blatt hinzu. „Das Wahlresultat ist ein großer Vertrauensvorschuss und vielleicht auch ein Vertrauensbeweis für die vergangenen Monate“, sagte Allgaier mit Blick in die Zukunft.
In den Vereinsbeirat wurden Rainer Weninger, Christian Döring, Jens Baierschmitt (Gruppe „Mitglieder und Fans“), Werner Gass, Marc Nicolai Schlecht, Kai Lechner (Gruppe „Sport und Verein“), André Bühler, Michael Astor und Timo Theobald (Gruppe „Wirtschaft und Gesellschaft“) gewählt.
Bevor es zu den Abstimmungen kam, wurde natürlich auch über Zahlen gesprochen. Alexander Wehrle gab einen Überblick über das Geschäftsjahr 2024 sowie die Strategie 2030, um den VfB voran zu bringen. Der Vorstandsvorsitzende der VfB AG referierte dank der Champions-League-Teilnahme über ein Rekordergebnis. Der Gesamtertrag beläuft sich auf 299,8 Millionen Euro und ist ebenso wie der Gewinn in Höhe von 15,4 Millionen Euro ein Bestwert. „Wir sind noch weit entfernt von einem prall gefüllten Festgeldkonto“, sagte Wehrle dennoch. „Wir befinden uns inmitten der Tilgung unserer Stadionkredite – eine Verantwortung, die uns auch weiterhin fordert.“
Durch den Einstieg der Porsche AG als Anteilseigner ist beim VfB auch das Eigenkapital auf nun 60,9 Millionen Euro gestiegen. Hinter den positiven Zahlen stecken aber auch die Verkäufe von Serhou Guirassy, Waldemar Anton und Hiroki Ito. Die Stuttgarter führen zudem die gute Finanzlage auf die TV- und die Heimspiel-Einnahmen durch die Spiele in der Königsklasse sowie die Vermarktung des neuen Business Centers in der modernisierten MHP-Arena zurück.