Mitsprache bei Schulversuchen Grüne bremsen Susanne Eisenmann

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Die Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) will bei Schulversuchen reinen Tisch machen. Die Grünen wenden sich gegen Alleingänge und Schnellschüsse der Ministerin und verlangen klare Kriterien.

Kultusministerin Susanne Eisenmann will das Dickicht der Schulversuche durchforsten. Foto: dpa
Kultusministerin Susanne Eisenmann will das Dickicht der Schulversuche durchforsten. Foto: dpa

Stuttgart - Der Schulversuch „Grundschule ohne Noten“ ist Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) ein Dorn im Auge. Das Projekt läuft an zehn Schulen in Baden-Württemberg. Es werde nicht wissenschaftlich begleitet, so die Ministerin, daher werde es eingestellt.

Das geht den Landtagsgrünen gegen den Strich. „Einen Versuch herauszuziehen wird den Anforderungen an die Qualität im Bildungssystem nicht gerecht“, bemängelt ihr Fraktionschef Andreas Schwarz gegenüber unserer Zeitung. 140 Schulversuche gibt es nach Auskunft der Ministerin zur Zeit im Land. Die will Susanne Eisenmann nun auf den Prüfstand stellen.

Schwarz schreibt an Eisenmann

Das findet Schwarz grundsätzlich unterstützenswert. Allerdings warnt er vor voreiligen Schlüssen. Nun schreibt der Fraktionschef der Grünen an die CDU-Kultusministerin. In dem Brief, der unserer Zeitung vorliegt, verlangt Schwarz von Eisenmann eine Liste über die 140 Schulversuche, die zur Zeit im Land laufen. Speziell interessiert die Grünen, wann die Versuche gestartet wurden, wie lange sie laufen, ob sie evaluiert wurden oder noch evaluiert werden, an welchen Schularten die Versuche angesiedelt sind und vor allem, wie viele Lehrerstellen sie binden.

Mit dem Brief will Schwarz erfahren, „nach welchem Konzept geht die Ministerin vor“ und „welche Auswirkungen haben die Versuche auf die Bildungslandschaft in Baden-Württemberg“. Die Grünen wollen Alleingänge der Ministerin bei der Entscheidung über die Zukunft der Versuche verhindern. Es sei ihm „ein wichtiges Anliegen“ so Schwarz, „dass meine Fraktion und die Abgeordneten im Bildungsausschuss in diesen Prozess so eng wie möglich eingebunden werden.“ Auch die Beteiligten, wie Schulleiter oder Lehrer müssten gehört werden. Am Ende sollten „einheitliche und transparente Kriterien für die Schulversuche“ stehen.

CDU zögerlich bei Grundschule ohne Noten

Für den Versuch „Grundschule ohne Noten“ wollten die Grünen einen Rettungsversuch starten und Mittel für die Evaluation des Projekts im Haushalt einstellen. Mit dem Modell keine Noten zu vergeben, machen den Grünen zufolge vor allem Schulen in sozial schwierigem Umfeld gute Erfahrungen. Doch darauf wollte sich der Koalitionspartner CDU nicht einlassen. Jetzt stehen im Haushalt 2018 einmalig 25 000 Euro „zur wissenschaftlichen Evaluation im Schulbereich“. Die Grünen denken dabei noch immer an den Versuch „Grundschule ohne Noten“. Doch der Fraktionschef Andreas Schwarz schränkt ein, „das muss mit der CDU noch konsentiert werden.“