Mittelfeldspieler des VfB Stuttgart So steht es um Lilian Egloff – jetzt und in Zukunftsfragen

Fünf Bundesliga-Einsätze in dieser Saison: Lilian Egloff Foto: Baumann

Das Eigengewächs des VfB Stuttgart hat seine Knieverletzung weitgehend auskuriert. Nun kämpft Egloff für seine Rückkehr – und einen neuen Vertrag.

Pass an die Bande, annehmen, drehen und wieder passen. Es war eine simple Übungsform, die Lilian Egloff beim Trainingsauftakt des VfB Stuttgart absolvierte, die für ihn aber die Rückkehr ins Mannschaftstraining bedeutete. Zumindest ein wenig. Auf Gegnerkontakt und „echtes Training“ muss der 21-Jährige vorerst noch verzichten. In wenigen Wochen soll Egloff wieder voll mitmischen können.

 

Für Egloff ist es ein erneuter Neustart. Fünf Wochen ist es her, dass seinem mit Rückschlägen reich gepflasterten Weg ein weiteres Kapitel hinzugefügt wurde: Teilabriss im Außenband des Knies. Erlitten im Regionalliga-Spiel mit dem VfB II gegen Schott Mainz. Eine von zahlreichen Verletzungen, die den gebürtigen Heilbronner begleiten, seit er 2012 in das Trikot mit dem roten Brustring geschlüpft ist. Immer wenn sich Egloff gerade erholt hatte, folgte der nächste Rückschlag. Entweder körperlich oder in Form sportlicher Krisen oder Trainerwechsel, die den Verein in der Vergangenheit ebenso regelmäßig heimsuchten wie Egloff das Verletzungspech. Irgendwie schien er immer zur falschen Zeit am falschen Ort.

Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel

So auch in dieser Saison. Egloff war fit, machte seine Sache gut. Im Training, bei Testspielen, bei Einsätzen in der Regionalliga-Mannschaft. Meist glänzte der vielseitig einsetzbare Mittelfeldspieler sogar als Torschütze. Auch bei seinem einzig längeren Auftritt in der Bundesliga-Mannschaft, beim 1:5 in Leipzig, bewies Egloff zumindest eine Halbzeit lang Bundesliga-Niveau.

Dass es bei nur einem längeren Einsatz blieb, lag weniger an ihm als an der Konkurrenz. Angelo Stiller und Atakan Karazor machen ihre Sache in der Mittelfeldzentrale so gut, dass sich die Tür zur Startelf für Egloff schnell wieder schloss. Danach blieb es bei drei weiteren Kurzeinsätzen. Zum Leben zu wenig, zum Sterben zu viel.

Weshalb sich einmal mehr die Frage stellt: Quo vadis, Lilian Egloff? Bleibt er beim VfB? Oder geht sein Weg dort spätestens im Sommer zu Ende? Dann läuft der Vertrag aus. „Er wird Gas geben und zeigen wollen, dass wir über einen Ausbau der Zusammenarbeit reden“, sagt Sportdirektor Fabian Wohlgemuth. Das will Egloff tatsächlich. Dem Vernehmen nach lautet sein primäres Ziel, sich bei seinem Heimatverein durchzubeißen – trotz aller Widerstände. Sollte es nicht klappen, ist das Eigengewächs aber auch offen für eine Luftveränderung. An Interessenten für einen ablösefreien Spieler, jung und deutsch dazu, mangelt es schon jetzt nicht.

Egloff macht Extraschichten

Dennoch unternimmt Egloff alles, damit der VfB auf ihn zukommt. Anders als früher, als das hoch veranlagte Talent mit dem abrupten Übergang in den Profibereich so seine Probleme hatte, versucht Egloff nun alles, um seiner Profikarriere endlich den entscheidenden Schub zu geben. Mit Extraschichten und Yoga will er die Lücke zu den Arrivierten schließen. Egloff steht am Scheideweg – und versucht, die richtige Weggabelung zu finden.

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