Mittlere Filderstraße in Stuttgart Arbeiten an der Verbindungsachse beginnen

Von Caroline Holowiecki 

Das ist doch mal ein Angebot: Baufirmen ist ein Bonus von 1500 Euro für jeden Tag versprochen worden, den sie mit den Arbeiten an der Mittleren Filderstraße schneller vorankommen. Und es gibt wohl noch eine positive Überraschung für Autofahrer.

die Bauplanung beginnt auf dieser Höhe und geht Richtung Plieningen. Links zweigt die Straße Am Eichenhain nach Sillenbuch ab, sie wird auch gesperrt sein. Foto: Holowiecki
die Bauplanung beginnt auf dieser Höhe und geht Richtung Plieningen. Links zweigt die Straße Am Eichenhain nach Sillenbuch ab, sie wird auch gesperrt sein. Foto: Holowiecki

Filder - Bald wird es ernst. Seit Monaten, nein Jahren wird schon über die geplanten Bauarbeiten auf der Mittleren Filderstraße gesprochen, nun stehen sie kurz bevor. Noch vor Pfingsten soll die Maßnahme beginnen, berichtete Detlev Drobny vom Tiefbauamt in der jüngsten Sitzung des Sillenbucher Bezirksbeirats.

Die ersten Baumrodungen haben bereits stattgefunden. Ein neues Regenüberlaufbecken muss eingebaut werden. Und dafür muss die Verbindung von Plieningen in Richtung Fernsehturm auf einer Länge von 80 Metern halbseitig gesperrt werden, und diese Baustelle soll über Monate hinweg wandern.

30 Sekunden Zeitverlust sind kalkuliert

Die Komplikationen für die Autofahrer sollen indes im Rahmen bleiben. In der Vergangenheit sind in unterschiedlichen Gremien Simulationen vorgestellt worden, die davon ausgehen, dass der Zeitverlust durch die Ampeln für Autofahrer in der Morgenspitze bei etwa 30 Sekunden liegen soll. Zwar räumte Detlev Drobny ein, „Simulation ist Simulation, Realität ist oft etwas anderes“, dennoch hält er weiter die Fahne dafür hoch, dass es nicht so schlimm werden wird, wie viele befürchten.

Zugute kommt dem, dass der Bauplan modifiziert wurde. Die Verlegung der Baustelle auf die gegenüberliegende Straßenseite, also auf die stadteinwärts, bringt laut dem Ingenieur einen Zeitvorteil und hat den schönen Nebeneffekt, dass man eine Eiche schützen kann. Allerdings muss die Straße Am Eichenhain gesperrt werden. Einen Vorteil bringe zudem, dass man teilweise unter einem Betondeckel wie in einem Tunnel arbeiten will – während oben Autos drüberfahren und die Baustelle schon weiterwandern kann. Und: Noch vor der Ausschreibung ist Baufirmen ein Bonus von 1500 Euro für jeden Tag versprochen worden, den sie schneller vorankommen – gedeckelt auf fünf Prozent des Angebotspreises.

Wermutstropfen für Autofahrer aus Stuttgart-Birkach

Alles in allem scheinen diese Maßnahmen gefruchtet zu haben. Laut Detlev Drobny glaubt eine Firma, den angesetzten Zeitrahmen von rund 18 Monaten deutlich unterbieten zu können. Demnach stünden statt 78 Wochen nur 65 im Raum, „das ist ein gutes Ergebnis“, so Detlev Drobny in der Sitzung des Bezirksbeirats. Freilich sei man im Tiefbau stark vom Wetter abhängig, jedoch ist er guter Dinge, dass der Plan so aufgeht.

Hinzukommt: Das Ganze wird voraussichtlich nicht nur schneller über die Bühne gehen, sondern auch günstiger werden. Hatte die Stadt noch mit 4,5 Millionen Euro gerechnet, lägen jetzt die Angebote zweier konkurrierender Bieter bei etwa 3,7 bis 3,8 Millionen Euro. Maximal 200 000 Euro kämen beim besonders fixen Arbeiten durch den Bonus noch obendrauf.

Einen Wermutstropfen für Autofahrer aus Birkach gibt es dann doch: An die Maßnahme auf der Mittleren Filderstraße will sich das Tiefbauamt mit der Instandhaltung der dringend sanierungsbedürftigen Aulendorfer Straße hängen.

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