Mittlere Filderstraße Wunsch nach Radweg entzweit das Gremium

Von Caroline Holowiecki 

Das Land will 2019 den Belag der Mittleren Filderstraße erneuern. Einige Sillenbucher sehen hier einen Hebel, um in einem Aufwasch einen Fahrradweg zu installieren. Andere finden ihn unnötig und pochen auf den Umweltschutz.

Wird es entlang der Mittlern Filderstraße künftig einen Radweg geben?Foto: Holowiecki

Filder - Braucht es einen Radweg an der Mittleren Filderstraße? Ja, glauben einige Bezirksbeiräte in Sillenbuch. Mehrere Fraktionen, nämlich SPD, SÖS/Linke-plus, Grüne und Freie Wähler, haben ihrem Wunsch nun in einem gemeinsamen Antrag an die Stadtverwaltung Ausdruck verliehen. Ihnen schwebt ein durchgängiger befestigter Radweg oder -schutzstreifen von der Ruhbank bis zum Abzweig nach Plieningen beziehungsweise zum Flughafentunnel vor, um einerseits auf Höhe des Fernsehturms eine direkte Anbindung an die Hauptradroute 10 herzustellen und andererseits bei Plieningen an den Körschtalradweg anknüpfen zu können. Die Fraktionen glauben, dass so vor allem für Pendler eine attraktive Radverbindung ohne stärkere Steigung entstünde.

Knackpunkt für die Fraktionen: Das Land hat angekündigt, ab Frühjahr 2019 den Belag der Mittleren Filderstraße in Abschnitten herrichten zu wollen. „Warum soll dann nicht auch ein Radweg entstehen?“, fragte Ulrich Storz (SPD) in der jüngsten Sitzung des Sillenbucher Gremiums. Zumal die Idee nicht neu sei. Schon jetzt gebe es stellenweise angedeutete Radstreifen an der Filderlinie, die allerdings zugewuchert und marode seien. Daher glauben die Fraktionen, dass leicht ein richtiger Radstreifen ohne nennenswerte Eingriff in die Naturräume zu bewerkstelligen wäre.

Wird der Naturschutz hier mit Füßen getreten?

Genau das sieht die CDU aber ganz anders. Philipp Kordowich (CDU) zeigte sich im Namen seiner Fraktion „verwundert, dass hier so leichtfertig mit dem Naturschutz umgegangen wird“. Nach seinen Informationen seien schmale Radschutzstreifen außerorts unzulässig, für beidseitige Radwege müsste nach seinen Berechnungen zusammengenommen mehr als fünf Meter in der Breite versiegelt werden – und dabei liegen an der Strecke das Naturschutzgebiet Eichenhain sowie mit den Bächen mehrere Einzelbiotope. Eine Tatsache, die auch Knut Krüger (FDP) aufstieß.

Obwohl Manfred Riesle (SÖS/Linke-plus) erfahren haben will, dass bei der Stadtverwaltung tatsächlich Überlegungen für einen Radschnellweg auf dieser Route angestellt werden, zweifelte Philipp Kordowich zudem die Sinnhaftigkeit eines solchen an der Mittleren Filderstraße an. Zum einen plane die Stadtverwaltung nämlich nicht allzu weit entfernt, auf Degerlocher Gemarkung, die Umsetzung der Hauptradroute 3, außerdem monierte er: „Ich weiß nicht, ob ein Radweg an einer viel befahrenen Landstraße ohne Beleuchtung als attraktiv bezeichnet werden kann.“

Auch in Stuttgart-Plieningen soll dies Thema werden

Trotz deutlicher Kritik von CDU und FDP errang der Antrag von SPD, SÖS/Linke-plus, Grünen und Freien Wählern eine Mehrheit und wurde somit an die Stadtverwaltung weitergeleitet. Am Montag, 18. Juni, kommt das Thema in der gemeinsamen Sitzung der Bezirksbeiräte von Plieningen und Birkach ebenfalls dran. Die SÖS/Linke-plus hat dort ebenso einen Antrag zur Einrichtung eines Radwegs entlang der Filderlinie auf die Tagesordnung gesetzt. Laut Manfred Riesle soll das Thema ebenso in Degerloch aufs Tapet kommen.