MMA-Event in Stuttgart Alina Dalaslan gewinnt schon wieder – Fäuste sind einfach zu schnell
Am Ende geht alles ganz schnell: Alina Dalaslan explodiert in ihrem Kampf in der Schleyerhalle gegen Karolina Sobek und gewinnt durch technischen K.o.
Am Ende geht alles ganz schnell: Alina Dalaslan explodiert in ihrem Kampf in der Schleyerhalle gegen Karolina Sobek und gewinnt durch technischen K.o.
In der ausverkauften Schleyerhalle hat es der aufstrebende MMA-Star Alina Dalaslan vor 13.000 Kampfsportfans wieder getan. Die 25-Jährige, die viele Jahre in Stuttgart lebte, studierte, und arbeitete, gewann an diesem Samstag ihren nächsten Profikampf bei „Oktagon 83“ – und wie! In Runde drei war plötzlich alles vorbei.
Dalaslan konnte die erste Runde im Stand angehen – dort fühlt sich die Kickboxerin heimischer als im Bodenkampf, wie sie immer wieder betont. Doch die Reichweitenvorteile ihrer einen halben Kopf größeren Gegnerin Karolina Sobek stellten sie zunächst vor Probleme. Dalaslan wurde an der Nase erwischt, blutete – erst kurz vor dem Gong drehte die Stuttgarterin auf und landete wirkungsvolle Treffer.
In Runde zwei übernahm sie das Geschehen im Käfig dann nahezu ganz, kam immer wieder mit guten Kombinationen durch und baute durchgehend Druck auf. Bei manchen Treffern hätte man meinen können: Das war’s jetzt schon – aber da zeigte Sobek definitiv Nehmerqualitäten und schüttelte die Schläge schon mal einfach ab.
Runde drei startete wieder etwas ausgeglichener – Dalaslan vereitelte einen Takedown-Versuch von Karlolina Sobek, die am Boden als sehr stark gilt. Applaus zuckte durch die Halle, als sich der Stuttgarter Fan-Liebling aus dem Clinch befreite. Und dann der Knall: Dalaslan explodierte, schlug so viele und schnelle Fäuste im Vorwärtsgang, dass dem Ringrichter nichts anderes mehr übrig blieb, als den Kampf abzubrechen: Technischer K.o., wie im Interview mit unserer Zeitung angekündigt. Dalaslan bleibt makellos. Der Ringname „Iron Fist“ war Programm.
Nach dem Kampf wandte sich die Athletin an ihre Fans: „Ich habe damals mein Profidebut in Stuttgart gewonnen und jetzt wieder. Dankeschön, Stuttgart!“ An ihre Kontrahentin richtete sie anerkennende Worte: „Ich habe eine superstarke Gegnerin gehabt. Dieser Kampf hat mir riesig viel Spaß gemacht. Für mich ist es mega geil, am Ende das Finish zu holen und in meiner Heimat in Stuttgart zu kämpfen.“
Für den Stuttgarter Daniel Schwindt lief es in den Vorkämpfen weniger gut. Sein Gegner, der ungeschlagene Brian Manning, kam auf einem Dreirad als Schurke aus den Saw-Splatterfilmen verkleidet in die Halle gefahren. Auch wenn Schwindt zunächst gute Aktionen zeigte, schickte ihn sein Kontrahent mit einer Geraden auf die Matte und setzte direkt mit harten Schlägen nach, bevor der Ringrichter den Kampf beendete.
Für seinen Trainingskollegen und den wahrscheinlich prominentesten MMA-Kämpfer in Baden-Württemberg, Christian Jungwirth, bedauerlich. „Jetzt heißt es: weitermachen“, sagte er in den Katakomben der Schleyerhalle. Selber gekämpft hat er heute nicht, zu nah liegt sein letzter Kampf Ende November 2025 zurück – MMA-Kämpfe sind körperlich sehr kräftezehrend, Pausen zwischen den Camps geboten.
„Geile Stimmung“, sagt der Lokalmatador zum Andrang in der Schleyerhalle. Er drückte heute seinem deutschen Landsmann Alexander Poppeck die Daumen, der für den verletzten Frédéric Vosgröne eingesprungen war und überzeugend gegen Jesus Samuel Chavarría gewann, der sich nicht mehr aus einem Würgegriff befreien konnte und aufgeben musste. Und Alina Dalaslan? „Die hat es auch verdient“, sagte er vor dem Kampf.
Beim Titelkampf am Ende des abends um den vakanten Federgewichtstitel setzte sich Mago Machaev gegen den Deutschen Niko Samsonidse durch. Der ehemalige Titelträger, Losene Keita, ist vor einiger Zeit zur UFC abgewandert.
Auch abseits der Kämpfe selbst, gab es einige Kundgebungen während der Veranstaltung, die in der MMA-Szene für Diskussionsstoff sorgen werden. Der Frankfurter Christian Eckerlin, Rivale des Stuttgarters Christian Jungwirth, gab bekannt, bei „Oktagon 85“ gegen Matouš Kohout zu kämpfen. 2025 – er hat da zwei Mal verloren – sei nicht sein Jahr gewesen. „Ich habe etwas gutzumachen“, sagt Eckerlin zwischen den Kämpfen.
Und auch der Stuttgarter Christian Jungwirth wartete mit einer Ankündigung auf, über die gesprochen werden wird. Der Lokalmatador kämpfte zwar heute nicht, forderte jedoch die polnische MMA-Legende Michał Materla zu einem Boxkampf heraus – allerdings mit den deutlich kleineren MMA-Handschuhen.
Wie es für Alina Dalaslan nun weitergeht, dürfte besonders spannend werden. Schwer vorstellbar, dass nach dieser Leistung ein Titelkampf nicht zumindest in der Luft liegen dürfte. Bei keinem Athleten und bei keiner Athletin war der Applaus im Saal lauter als bei ihr.