Mobile Jugendarbeit in Feuerbach Seit fast 40 Jahren für die Jugend unterwegs

Das Team der Mobilen Jugendarbeit in Feuerbach (von links nach rechts): Simone Brand, Sascha Klose, Ramona Döring, Christoph Hedoch, Yasemin Mengüllüoglu, Walter Richter und Céline Sturm. Foto: privat
Das Team der Mobilen Jugendarbeit in Feuerbach (von links nach rechts): Simone Brand, Sascha Klose, Ramona Döring, Christoph Hedoch, Yasemin Mengüllüoglu, Walter Richter und Céline Sturm. Foto: privat

Die vielen Aufgaben der Mobilen Jugendarbeit wurden im Bezirksbeirat Feuerbach erörtert und vorgestellt. 20 Projekte mit insgesamt 642 Teilnehmern und 90 Streetworkgänge sind im vergangenen Jahr durchgeführt worden.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Feuerbach - Mit dem markanten roten Backsteingebäude am Roser-Platz verbinden die Feuerbacher vor allem dreierlei: die Bürgerhaus-Etage im ersten Stockwerk, das Freie Musikzentrum sowie der Saal für klassische Konzerte und andere Veranstaltungen im Erdgeschoss. Dass auch die Mobile Jugendarbeit Feuerbach in dem Bonatz-Gebäude an der Stuttgarter Straße 15 ihre Räume hat, ist sicherlich weit weniger im Stadtbezirk bekannt.

Schulsozialarbeit rückt mehr und mehr in den Vordergrund

Genau genommen ist das aber auch nicht so wichtig. Denn die Mobilen sind viel unterwegs. Das ist eines ihrer Markenzeichen. Die sieben Mitarbeiter, die von hier ausschwärmen, sind an den unterschiedlichsten Orten im Stadtbezirk präsent. Eine ihrer klassischen Aufgaben als Streetworker besteht schließlich darin, nicht zu warten, wer zu ihnen kommt, sondern dorthin zu gehen, wo die Jugendlichen sich treffen und aufhalten. Draußen zu sein, gehört zum Job. Egal ob es Sommer oder Winter ist, egal ob das nun die bekannten Orte wie der Platz bei der Festhalle, der Feuerbacher Bahnhof, der Wilhelm-Braun-Sportpark oder andere Plätze sind.

Und oft begegnen ihnen da draußen vor der Tür diejenigen Kinder und Jugendlichen, die schon in jungen Jahren an den Rand der Wohlstandsgesellschaft gedrängt werden und abzudriften drohen. Die wollen sie auch erreichen: „Wir arbeiten in erster Linie mit Kindern und Jugendlichen, die sozial benachteiligt sind und deren persönliche Entwicklung gefährdet ist“, sagt die Feuerbacher Teamleiterin Yasemin Mengüllüoglu. Sie stellte gemeinsam mit Fachdienstleiterin Jutta Jung die vielen Arbeitsfelder, die die Mobilen beackern, den Feuerbach Bezirksbeiräten vor. Ein Ansatz im Alltag sei, über Jugendliche in Kontakt zu Jugendlichen zu treten. Neben der Gruppen- und Gemeinwesenarbeit und den Streetwork-Aktivitäten rückt die Schulsozialarbeit neuerdings mehr und mehr in den Vordergrund.

20 Projekte mit 642 Teilnehmern im vergangenen Jahr

Jung und Mengüllüoglu berichteten, dass sich durch die aktuelle Schulentwicklung der Alltag und die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen stark wandeln. Derzeit sei es noch schwer abschätzbar, wie sich die Ganztagesbetreuung längerfristig auf die Entwicklung der Schüler auswirken werde. Fest stehe allerdings, dass sich die Kinder und Jugendlichen in Zukunft verstärkt in den Schulquartieren aufhalten werden, meinte Jutta Jung von der Caritas Stuttgart. Die Wohnquartiere verlieren für die Schüler voraussichtlich an Bedeutung. Dadurch kommen auf die sozialen Träger in den Schulquartieren ganz neue pädagogische Aufgaben und erzieherische Herausforderungen zu. Bereits jetzt sind die Feuerbacher Mobilen in der Bismarckschule, der Föhrichschule, dem Leibniz-Gymnasium und dem Neuen Gymnasium aktiv.

Träger der Mobilen in Feuerbach ist die Caritas. 20 Projekte mit insgesamt 642 Teilnehmern und 90 Streetworkgänge seien im vergangenen Jahr durchgeführt worden. Kommendes Jahr feiern die Mobilen im Stadtbezirk übrigens ihr 40-jähriges Bestehen. Die Feuerbacher Bezirksbeiräte wollten wissen, welche Freizeitangebote für die Jugendlichen in Feuerbach fehlen und wo der Schuh möglicherweise besonders drückt.

Bibercup als Beispiel für gelungene Kooperation

Yasemin Mengüllüoglu sieht vor allem einen großen Mangel in Feuerbach: „Es ist sehr schwierig, eine Halle für Veranstaltungen zu bekommen“, sagte sie. Die Zusammenarbeit mit Schulen und anderen Jugendeinrichtungen funktioniere gut. Ein Beispiel für die gelungene Kooperation sei die Ausrichtung des Bibercups. Bezirksvorsteherin Andrea Klöber regte an, dass der Bezirksbeirat in Zukunft sicherlich willens wäre, ein solches Turnier aus seinem Verfügungsbudget zu unterstützen. Allerdings müssten die Veranstalter auch einen entsprechenden Antrag stellen.




Unsere Empfehlung für Sie