Mobile Jugendarbeit in Weilimdorf Den Chancenlosen eine Chance geben

Das Team der Weilimdorfer Mobilen Jugendarbeit: Silvia Dunaiski, Antje Seeger, Cathrin Maier, Jasmin Zedler, Allegra Papa und Stefan Ulrich. Foto: Privat
Das Team der Weilimdorfer Mobilen Jugendarbeit: Silvia Dunaiski, Antje Seeger, Cathrin Maier, Jasmin Zedler, Allegra Papa und Stefan Ulrich. Foto: Privat

Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit in Weilimdorf wollen sich besser mit lokalen Betrieben vernetzen.

Nordrundschau: Leonie Hemminger (lem)
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Weilimdorf - Die beiden Sozialpädagogen Stefan Ulrich und Jasmin Zedler haben vor kurzem den Bezirksbeirat besucht, um über die Arbeit der Mobilen Jugendarbeit zu berichten. Sie baten die Kommunalpolitiker um Unterstützung dabei, bessere Kontakte zu örtlichen Betrieben zu knüpfen. Auf diese Weise hoffen sie, Jugendlichen bei der Job- oder Praktikumssuche helfen zu können.

„Vielen der Jugendlichen, mit denen wir in Kontakt sind, stehen ihre Schulnoten im Weg“, berichtete Ulrich. „Mit Dreiern oder Vierern tun sie sich auf dem Arbeitsmarkt schwer.“ Dennoch seien sie motiviert, pünktlich und zuverlässig. „Wir wünschen uns Firmen, die den Jugendlichen trotzdem eine Chance geben und weniger auf die Noten als auf praktische Fähigkeiten schauen“, sagte der Sozialpädagoge. Nicht immer müsse eine feste Arbeitsstelle vermittelt werden; auch ein Praktikum oder ein Coaching für Bewerbungsgespräche seien hilfreich. Ulrich versicherte, dass die Sozialpädagogen die Jugendlichen beim Jobeinstieg begleiten und auch mit den Betrieben in Kontakt bleiben würden. „Wir stehen als Ansprechpartner zur Verfügung, falls es Probleme geben sollte.“

Pädagogen leisten Einzelhilfe

Insgesamt haben es die Mitarbeiter der Mobilen Jugendarbeit im Jahr 2011 mit 439 jungen Menschen zu tun gehabt; etwas mehr als die Hälfte davon waren männlich. Einzelhilfe leisteten die Pädagogen bei 44 Mädchen und Buben. „Für sie waren wir das ganze Jahr über feste Ansprechpartner in unterschiedlichsten Problemlagen“, sagte Jasmin Zedler. Andere Jugendlichen haben die Mobilen im Rahen von Gruppenarbeit betreut. In sechs Clubs haben sich 39 Heranwachsende getroffen.

Auch über das Arbeitsfeld Streetwork hatten die Mitarbeiter mit 152 Jugendlichen Kontakt. „Wir wissen, wo sich die Jugendlichen in Weilimdorf aufhalten. Ein- bis zweimal pro Woche sind wir dort unterwegs“, erklärte Ulrich auf Nachfrage von SPD-Bezirksbeirat Dieter Benz. Meistens seien die Heranwachsenden offen auf die Sozialpädagogen zu sprechen. „Wir merken schnell, ob wir in einer Gruppe erwünscht sind oder nicht“, sagte Ulrich.

Schulsozialarbeit wurde ausgebaut

Die Schulsozialarbeit konnte seit diesem Schuljahr ausgebaut werden. Seit September haben die Weil­imdorfer Mobilen zwei volle Stellen hinzubekommen, die auf verschiedene Köpfe verteilt werden. Cathrin Maier und Antje Seeger sind neu zu dem sechsköpfigen Team hinzugestoßen, und auch die anderen Pädagogen haben ihre Tätigkeit an den Schulen aufgestockt. Neu hat die Realschule eine 50-Prozent-Stelle zugeteilt bekommen. „Zuvor waren wir dort nur im Rahmen der Berufsorientierung. Dabei haben wir schon gespürt, dass Bedarf da ist“, sagt Allegra Papa. „Es gibt dort die gleichen Problematiken und Fragestellungen wie an Hauptschulen.“

Die Seelachschule verfügt seit September ebenfalls über eine 50-Prozent-Stelle. Auch an den drei Weilimdorfer Grundschulen wurden die Pädagogenstellen erweitert: Die Reisachschule hat nun eine 50-Prozent-Stelle, die Grundschulen der Wolfbusch- und der Rappachschule haben jeweils eine 25-Prozent-Stelle bekommen. Die Sozialpädagogen würden versuchen, den Jugendlichen „ohne erhobenen Zeigefinger“ als Ansprechpartner außerhalb des Schulsystems zur Seite zu stehen.

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