Mobilität in Stuttgart Neuer Zuschuss für Lastenräder mit E-Motor

Von Konstantin Schwarz 

Auch dieses Jahr wird es eine Förderung für Lastenräder mit Elektroantrieb geben. Das Geld dafür kommt teilsweise aus dem Topf für den Ausbau von Radwegen.

Das Interesse an Lastenrädern mit Elektroantrieb in Stuttgart ist hoch. Foto: dpa
Das Interesse an Lastenrädern mit Elektroantrieb in Stuttgart ist hoch. Foto: dpa

Stuttgart - Die Landeshauptstadt legt das Förderprogramm für Lastenräder mit Elektroantrieb in diesem Jahr neu auf. Die Fördersumme sinkt von maximal 2000 auf 1700 Euro pro Rad, außerdem wird nun genauer definiert, welche Mindestvoraussetzungen die Räder erfüllen müssen. Insgesamt stehen 500 000 Euro zur Verfügung.

Die erste derartige Förderung im November 2018 hatte einen regelrechten Wettlauf ausgelöst. Rund 300 Anträge waren eingegangen, und es gehen noch immer welche ein, die Nachfrage sei ungebrochen, heißt es in der Verwaltungsvorlage an den Umweltausschuss des Gemeinderates. Er gab am Dienstag die im Haushalt bisher nicht vorgesehenen Förderung einstimmig frei. Die halbe Million für 2019 fließt aus Mitteln des Fonds für emissionsarmes Fahren, der Löwenanteil von 350 000 Euro, und das dürfte nicht jeden Radfahrer freuen, aus vom Tiefbauamt nicht abgerufenen Mitteln für Radwege.

Förderkriterien verschärft

Die Förderkriterien werden modifiziert. Einen Antrag stellen können Stuttgarter Familien mit mindestens einem Kind. Sie erhalten nach der Bewilligung einen Sofortzuschuss in Höhe von 1200 Euro. Im Vorjahr waren es 1500 Euro. Weitere 500 Euro fließen nach drei Jahren als „Nachhaltigkeitsbonus“, wenn in dieser Zeit in dem Haushalt kein Auto angemeldet war oder eines ersatzlos abgemeldet wurde. Neu ist, dass die Räder mindestens 40 Kilo Zuladung und eine fest mit dem Rad verbundene Transportbox mit mindestens 140 Liter Volumen haben müssen. Außerdem muss der Radstand mindestens 1,30 Meter betragen. Luigi Pantisano von der Fraktion SÖS/Linke-plus forderte, die Förderung bei 2000 Euro zu belassen, erhielt aber nur zwei Stimmen. Auf Nachfrage von SPD-Fraktionschef Martin Körner wird die Verwaltung aufzeigen, wie sich diese spezielle Radförderung auf die Stadtbezirke verteilt.

Ebenfalls beschlossen hat der Ausschuss, die Zahl der Stationen für Regio-Rad-Leihräder in diversen Bezirken in diesem Jahr um 14 und 2020 um zehn aufzustocken. Das Leihradsystem wird von einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn an bisher 71 Stationen im Stadtgebiet betrieben. Die Mindestgröße für eine Station sind vier Räder. Künftig soll es testweise außerdem einen Nachttarif von 1,50 Euro für die Räder geben.

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