Mobilität in Stuttgart-Weilimdorf Der Fahrrad- und Fußverkehr nimmt zu

Von Petra Mostbacher-Dix 

Die Fahrradoffensive will mehr Mischflächen und genügend Abstellbügel und -plätze.

Freie Fahrt für Radler fordert die Fahrradoffensive. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Freie Fahrt für Radler fordert die Fahrradoffensive. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Stuttgart-Weilimdorf - Wichtigkeit eins, Machbarkeit eins, Effekt fünf, also maximal. Die Rede ist vom Wunsch der Fahrradoffensive Weilimdorf nach mehr Mischflächen. Das heißt: Flächen und Straßen an Schulen, Sportarealen und Bahnstationen, die bisher von Autos genutzt werden, sollen für Radfahrende erschlossen werden. Grund: Der Fahrrad- und Fußverkehr nimmt zu. Dieser Maßnahme räumten daher die Mitglieder der Fahrradoffensive bei ihrem bisher – aufgrund der Corona-Krise – letzten Runden Tisch Top-Priorität ein. Sie steht auf Platz eins der Liste, auf der sie im Februar insgesamt 32 Themenfelder in den Kategorien Lokale Radwege, Sicherheit und Sonstiges zusammengetragen haben.

Hohe Wichtigkeit haben demnach auch die Themen des „Bürgerbegehren für ein fahrradfreundliches Stuttgart“. Sie sollen ernst genommen werden, wird in der Offensive betont. Auch Radwege seien von Schlamm und Schnee zu säubern, zudem sollen genügend Abstellbügel und Abstellplätze auf der Pforzheimer Straße beziehungsweise auf dem Löwen-Markt geschaffen werden, etwa für Elektro-Lastenräder sowie Kinderanhänger.

Unter den dringlichsten Themen des Aspekts „Sicherheit“ sind regelmäßige Fahrradkurse für Grundschüler gelistet, ein Ausgang zum Fahrradweg an der Haltestelle „Wolfbusch“ oder „Bergheimer Weg“ oder mehr Maßnahmen, die verhindern, dass Autos auf Feldwegen fahren.

Oberste Ränge in Sachen „Lokale Radwege“ belegen deren Überdachungen und Trennungen. Da Kinder auf den Gehwegen fahren müssten, brauche es mehr Platz für Radwege auf den Straßen. Vorschlag der Aktivisten: Parkplätze dafür verwenden. Auch, so wird vorgeschlagen, sollen die Radwege in Giebel und in den angrenzenden Stadtteilen ausgebaut, beschildert und verbessert werden.

Jenseits der Priorisierung künftiger Maßnahmen ging es schließlich um andere Verkehrsthemen, etwa die Ampel gegenüber dem Areal westlich der Solitudestraße. Die habe eine unangemessen lange Wartezeit. Daher bestehe die Gefahr, dass vor allem Rad fahrende Schüler bei Rot die Straße überquerten. Dabei sei es bereits zu einem tödlichen Unfall gekommen. Gewünscht wurde aus Sicherheitsgründen ebenso, hinderliche Hecken zurückzuschneiden. Geklärt werden müsse, ob dies auch außerhalb der „Schneidezeit“ möglich sei. Überwuchs könne man an das Bezirksamt Weilimdorf melden.

Zudem wurde für einen verkehrsberuhigten Bereich auf der Pforzheimer Straße plädiert: Durch diese führt die Hauptradroute sechs. Neu aufgenommen werden soll im Bezirksbeirat das Thema einer Tempo-30-Zone für diese Straße. Bisher lehnte dies die Stadt ab. Die Pforzheimer Straße solle begangen und auf mehrere gefährliche Stellen, etwa Richtung Feuerbach Pfostenwäldle, überprüft werden – mit der Fahrradbeauftragten Eva Adam und Vertretern des Amts für öffentliche Ordnung. Auch ein Überblick über mögliche Haushaltsmittel, um den Radverkehr zu fördern, wurde von den Teilnehmenden gefordert. Man müsse wissen, welche Mittel für die Anregungen des Runden Tisches zur Verfügung stünden.

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