Mobilitätspakt in Esslingen Auf breiter Front gegen das Stickoxid

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Durch die weitere Elektrifizierung ihres Busverkehrs versucht die Stadt, unter die Grenzwerte zu kommen und zusätzlich Kohlendioxid einzusparen. Der Bund soll hier bei der Finanzierung helfen.

Insgesamt 15 Elektro-Hybridbusse will die  Stadt bis zum Ende des Jahres 2022 zusätzlich kaufen. . Foto: Horst Rudel/Archiv
Insgesamt 15 Elektro-Hybridbusse will die Stadt bis zum Ende des Jahres 2022 zusätzlich kaufen. . Foto: Horst Rudel/Archiv

Esslingen - Der am 4. September in Berlin geschlossene Mobilitätspakt der Bundesregierung mit den Kommunen beschert den deutschen Städten vor allem eines: Eine Milliarde Euro zusätzlich für abgasarme Mobilität. Das hat zu einem Run auf das Bundesgeld geführt, an dem sich auch die Stadt Esslingen beteiligt. Sie hat sechs Projekte in das Rennen geschickt. Sie wurden am Montag in der Sitzung des technischen Ausschusses des Gemeinderats vorgestellt.

Reichweite der Busse wird höher

Katja Walther vom Sachgebiet Nachhaltigkeit berichtete über die geplanten Vorhaben, Dabei ist nur klar, was die Maßnahmen die Stadt kosten, nicht aber, was der Bund letztlich daran bezahlen wird.

Das größte Paket bilden die Elektrobusse in Esslingen. Hier braucht die Stadt neue Modelle, die sich von der Oberleitung abkoppeln und auf Batterie fahren können, was die Reichweite der Busse erhöht. Die Stadt nutzt dabei ein Alleinstellungsmerkmal, weil sie eine von drei deutschen Städten ist, die überhaupt noch Oberleitungsbusse besitzen.

Sehr intensiv war in der Vergangenheit über diese weitere Elektrifizierung der Esslinger Buslinien diskutiert worden. Vor allem, weil die Stadt durch die Ausweitung des E-Bus-Verkehrs den Anteil der privaten Esslinger Busunternehmer schmälert, die noch mit Diesel-Bussen unterwegs sind. Die Stadt plant jetzt, in den Jahren 2018 bis Ende 2022 jährlich drei neue E-Busse zu kaufen. Diese 15 Busse kosten insgesamt 14,5 Millionen Euro und sind damit rund 8,9 Millionen Euro teurer als herkömmliche Dieselbusse.

Mit einem guten Beispiel vorangehen will die Stadt auch mit einer langfristigen Umstellung ihrer Dienstfahrzeuge auf Elektroantrieb. Dazu werden neun Ladestationen benötigt, die etwa 255 000 Euro kosten. Eine Förderung erhofft sich die Stadt auch, wenn sie ihre vier S-Bahnhaltepunkte in Zell, Oberesslingen, Esslingen und Mettingen mit Radboxen und Stromzapfsäulen fit machen für das Umsteigen vom Pedelec auf die Bahn. Als viertes Projekt hat Esslingen den kürzlich freigegebenen neuen Abschnitt des Neckartalradwegs im Hengstenbergareal angemeldet. Ein weiteres Projekt ist der Bau eines Depots für Waren, die außerhalb der Stadtgrenzen mit Lastwagen angeliefert und in der Innenstadt mit Lastenfahrrädern weiter verteilt werden sollen. Im sechsten Projekt sollen die Busse auf der steilen und stark befahrenen Schorndorfer Straße mit einer Vorrangsregelung beschleunigt werden.

Die Umweltbilanz verbessern

Aber vor allem mit den neuen Elektro-Bussen will die Stadt die Umweltbilanz verbessern. Nach der Rechnung des Stadtverkehrs Esslingen werden mit der neuen Bus-Flotte jährlich 2561 Tonnen Kohlendioxid und 511 Kilogramm Stickoxid eingespart.

Schon Ende September will die Stadt ihre Anträge auf die Reise schicken. „Wir hoffen, dass wir hier punkten können“, sagte dazu Bürgermeister Wilfried Wallbrecht. Über erste Ergebnisse will er schon in der nächste Sitzung des technischen Ausschusses berichten.




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