Mobilitätspunkt am Bahnhof Sindelfingen Zentrale für öffentlichen Nahverkehr
Der Mobilitätspunkt am Bahnhof Sindelfingen ist eingeweiht. Dort bündeln sich von nun an diverse Verkehrsangebote. Ein Kiosk und Bänke sollen Aufenthaltsqualität schaffen.
Der Mobilitätspunkt am Bahnhof Sindelfingen ist eingeweiht. Dort bündeln sich von nun an diverse Verkehrsangebote. Ein Kiosk und Bänke sollen Aufenthaltsqualität schaffen.
Keine langen Diskussionen, keine lange Bauzeit mit Verzögerungen. Der Mobilitätspunkt am Sindelfinger Bahnhof ist genau ein Jahr nach dem Spatenstich am Freitagvormittag feierlich in Betrieb genommen worden. Von nun an konzentriert sich an der neu gestalteten Fläche zwischen Gleisen, Hanns-Martin-Schleyer- und Mercedesstraße in aller erster Linie ein ganzes Bündel von verschiedenen Verkehrsformen.
Zur Freude der Verantwortlichen von Stadtverwaltung und Gemeinderat steht der Mobilitätspunkt in zentraler Lage nun. „Wir freuen uns, dass die Drehscheibe für nachhaltige Mobilität in Schwung kommt. Ab jetzt können hier zeitgemäße Formen der Mobilität wie Bus, Bahn, Fahrrad und Carsharing angeboten werden. Es ist außerdem ein attraktives Entree in die Innenstadt, wo Menschen ankommen und dann über die Mercedesstraße weiter in die Innenstadt gehen können“, sagt Oberbürgermeister Bernd Vöhringer vor etwa 50 Interessierten bei wenig einladenden Außenbedingungen.
Alexander Lahl vom Verband der Region Stuttgart, der das Drei-Millionen-Euro-Bauprojekt in zentraler Lage mit 1,3 Millionen Euro mitfinanziert hat, betont bei seiner kurzen Ansprache vor dem Publikum die Bedeutung des Sindelfinger Mobilitätspunkts: „Vor zehn Jahren ist hier die erste Bahn der Linie S 60 aus Stuttgart nach Sindelfingen gefahren. Die Verkehrsanbindung hat sich als Erfolg dargestellt, der aber auch neue Herausforderungen mit sich gebracht hat. Hier haben alle Hand in Hand gearbeitet und etwas Attraktives und Sinnvolles auf die Beine gestellt.“
Wer am Bahnhofsvorplatz ankommt, wird einige der baulichen Neuerungen erkennen. Radfahrer finden parallel zu den Gleisen von nun an überdachte Stellplätze. Im Frühjahr sollen dann auch noch abschließbare Fahrradboxen und ein Automat – der Bike-O-Mat – mit Ersatzteilen und Radzubehör hinzukommen. Wer kein eigenes Fahrrad besitzt, wird am Mobilitätspunkt ebenfalls fündig. Dort gibt es Leihräder, die sogenannten Regio-Räder. Neu an der Stelle ist darüber hinaus ein Carsharing-Angebot.
Wie gewohnt ist der Ausstieg aus beziehungsweise der Zustieg in die S-Bahn der Linie S 60, die von Böblingen aus über Sindelfingen in Richtung Stuttgart und umgekehrt verkehrt. Die Bushaltestelle des Stadtverkehrs Böblingen-Sindelfingen ist mit dem Umbau genauso barrierefrei gestaltet worden wie der Übergang vom Bahnhofsvorplatz – oder von heute an Mobilitätspunkt – zur Mercedesstraße. Dort stand 35 Jahre lang die markante, aber in die Jahre gekommene Fußgängerbrücke über die Hanns-Martin-Schleyer-Straße. In der Nacht zum 12. November wurde die Furt zurückgebaut.
Mit dem Mobilitätspunkt sollen nach Wünschen der Stadt nicht nur die verschiedenen Verkehrsformen gebündelt angeboten werden, auch dem Informationsbedürfnis von Bürgern, Pendlern und Reisenden soll besser entsprochen werden. Dafür wurde ein Informationsterminal eingerichtet, das per Touchscreen bedienbar ist und Interessierten Hinweise zu touristischen Spots in der Stadt ausspuckt. Aber auch die nächsten kulturellen Veranstaltungen, Tipps für Restaurants und Cafés oder die eigene Verbindung von A nach B ist dort von nun an abzurufen. In Kooperation mit der Deutschen Bahn verfügt der Mobilitätspunkt auch über ein Video-Reisezentrum. Bahnreisende können hier Infos zu Verbindungen finden, Fahrkarten kaufen oder sich per Video von einem Mitarbeiter der Bahn beraten lassen.
Da der neue Vorplatz eine Art Visitenkarte der Daimlerstadt ist, ist bei der Konzeptionierung und der Umsetzung auch auf Aufenthaltsqualität geachtet worden. Am Kiosk gibt es schnelle Snacks, Kaffee und Getränke, für dringende Geschäfte gibt es nebenan öffentliche Toiletten. Bänke und gepflanztes Grün sollen in der wärmeren Jahreszeit zum Verweilen einladen. Zur nachhaltigen Energienutzung steht noch die Installierung von Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach der Bauten auf dem Plan.