„MobilitätsWerkStadt 2025“ in Schorndorf Weniger Autos dank E-Scootern?

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Die Stadt Schorndorf untersucht, wie durch den Einsatz von Elektrorollern, E-Bikes und Co. der Autoverkehr minimiert werden kann. Ende Januar wird das Projekt den Bürgern dann offiziell vorgestellt.

Auch der Einsatz von E-Scootern wird in Schorndorf untersucht werden (Symbolbild). Foto: dpa/Christoph Soeder
Auch der Einsatz von E-Scootern wird in Schorndorf untersucht werden (Symbolbild). Foto: dpa/Christoph Soeder

Schorndorf - Schorndorf ist eigentlich wie geschaffen dafür, das Auto stehen zu lassen. Die Wege sind grundsätzlich überschaubar, Zug und S-Bahn halten zudem direkt neben der Innenstadt. Mit einem Stadtticket sowie einer verbesserten Taktung der Buslinien wurde versucht, mehr Bürger für den öffentlichen Nahverkehr zu begeistern. Für eine spürbare Entlastung hat all das jedoch nicht gesorgt – jeder Schorndorfer kennt die nachmittäglichen Staus rund um die Kernstadt.

Ein neues Projekt soll jetzt „die letzte Meile in der Stadt“ anpacken, will prüfen, inwiefern der Einsatz von so genannten Mikromobilen – also Verleihrädern, -pedelecs oder Leih-E-Scootern – den Individualverkehr in der Stadt senken kann. Das Konzept für „Mikromobilität – nachhaltige Mobilitätslösungen für die Stadt von morgen“ wird zunächst für ein Jahr vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Programms „Mobilitätswerkstadt 2025“ mit knapp 100 000 Euro gefördert.

Es gibt kein vergleichbares Projekt in der Region Stuttgart

Von den Ergebnissen soll allerdings nicht nur Schorndorf profitieren: „Mikromobilität wurde noch nie in Städten dieser Größe systematisch untersucht. Es gibt kein vergleichbares Projekt in der Region Stuttgart, deswegen hat es Pilotcharakter“, sagt Rolf Reiner von der Wirtschaftsförderung Region Stuttgart bei der Vorstellung des Projekts. Weitere Partner sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, der E-Scooter-Hersteller Yorks, die Stadt Stuttgart, E-Mobil BW sowie die SG Schorndorf.

Der offizielle Auftakt wird am 31. Januar stattfinden, dann soll das Projekt den Bürgern vorgestellt werden. Denn ihre Wünsche, ihre Vorstellungen und ihr Bedarf werden wesentliche Bestandteile des Projekts sein. „Wir werden anhand Datenrecherche und Interviews erst einmal die Ausgangslage analysieren“, beschreibt Diana Gallego Carrera, die bei der Stadt für Mobilitätsprojekte zuständig ist. In einer gemeinsamen Konferenz soll herausgefunden werden, wie sich die Bürger die Mobilität der Zukunft vorstellen.

Welches Mobilitätsszenario ist nachhaltig?

Die verschiedenen Szenarien sollen dann auf ihre Nachhaltigkeit überprüft werden, zudem soll untersucht werden, in welchem Szenario der Individualverkehr am stärksten gesenkt werden kann. „Wir wollen auch herausfinden, unter welchen Umständen sich die Bürger eine bestimmte Mikromobilität vorstellen können“, erläutert Diana Gallego Carrera und nennt als Beispiel die Frage, ob E-Scooter überall abgestellt werden sollten oder ob feste Stationen besser akzeptiert würden.

„Mit einem ausgearbeiteten Konzept wollen wir dann in die Bewerbung für die zweite Phase gehen“, erläutert Diana Gallego Carrera. Für diese ist eine zweijährige Erprobung vorgesehen. Allerdings sollen die Ergebnisse des Mikromobilitätsprojekts nicht in der Schublade verschwinden, falls Schorndorf nicht in den Genuss einer weiteren Förderung durch das Bundesprogramm kommt. „Wir werden schon einen Topf für eine Anschubfinanzierung finden“, sagt Rolf Reiner. Auch der Bürgermeister Thorsten Englert ist zuversichtlich, mit dem Projekt weiter punkten zu können. Eine zweijährige Praxisphase hält Diana Gallego Carrera für sinnvoll: „Wir haben beim Reallabor gemerkt, dass es Zeit braucht, bis sich die Bürger auf neue Mobilitätsformen einlassen.“